Verkehrslärm gehört für die Gablenzer bis 2024 zum Alltag

Der Freistaat hat seine Ideen für eine Alternativ-Route zwischen Crimmitschau und Meerane vorgestellt. Dabei handelt es sich aber um langfristige Pläne.

Gablenz.

8500 Fahrzeuge rollen jeden Tag durch den Crimmitschauer Ortsteil Gablenz. An den Belastungen durch Lärm und Abgase wird sich in den nächsten fünf Jahren nichts ändern. Eine alternative Verbindung zwischen den Gewerbegebieten in Crimmitschau und Meerane steht frühestens 2024 zur Verfügung. Erst nach der Fertigstellung wäre ein Ausbau der Ortsdurchfahrt in Gablenz möglich. Diese Informationen verkündete Bernd Sablotny, Abteilungsleiter im Sächsischen Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr, am Mittwochabend vor rund 50 Gästen bei einer Bürgerversammlung im Theater in Crimmitschau. "Das ist für die Leute aus Gablenz sicher keine schöne Nachricht. Aber Sie sehen: Wir haben einen Plan", sagte Sablotny.

Die Alternativ-Route, die zu einer Verkehrsentlastung von Gablenz führen soll, entsteht in drei Bauabschnitten. In einer ersten Etappe wird für 6,8 Millionen Euro eine Erschließungsstraße für das gemeinsame Gewerbegebiet von Meerane und Crimmitschau gebaut. Hier laufen seit Ende Mai die Arbeiten. Im Juni fand der feierliche erste Spatenstich statt. Die Fertigstellung ist bis Mitte 2020 geplant. "Da steht der Druck aus der Wirtschaft dahinter", sagte Oberbürgermeister André Raphael (CDU). Im Gewerbegebiet haben sich Zulieferer für die Produktion der E-Autos im VW-Werk angesiedelt.


In einem zweiten Bauabschnitt soll eine weitere Anschlussstelle auf die Bundesstraße 93 entstehen. Sie befindet sich auf der Flur von Meerane. Als dritter Bauabschnitt folgt der Ausbau des Waldsachsener Weges - zwischen der Autobahnbrücke und dem Gewerbegebiet in Crimmitschau. Als Nadelöhr gilt mit Blick auf die Topografie der Paradiesgrund. Dafür lässt der Freistaat vier verschiedene Streckenführungen untersuchen. Denkbar wären Brücken mit Spannweiten zwischen 20 Metern und 280 Metern. "Das hat auch Auswirkungen auf die Kosten, die sich zwischen 4 und 11 Millionen Euro bewegen würden", sagte Sablotny mit Blick auf den dritten Bauabschnitt, der eine Länge von rund 900 Metern haben wird. Die Entscheidung, welche Lösung für den Paradiesgrund favorisiert wird, fällt im Herbst. Dann sollen die Träger öffentlicher Belange, zu denen unter anderem Stadtverwaltung und Naturschutzverbände gehören, erste Stellungnahmen abgeben. "Je näher wir uns an der jetzigen Linie bewegen, desto schneller werden wir das Projekt durchbekommen", sagte Sablotny mit Blick auf den Streckenverlauf. Er machte deutlich, dass man für die technische Planung des Bauprojektes mit einem Zeitraum von 18 bis 24 Monaten rechnen müsse. Ein Unsicherheitsfaktor wären mögliche Klagen gegen das Vorhaben.

Die Verkehrsbelastung in Gablenz ist seit vielen Jahren ein Dauerbrenner. Die Suche nach Lösungen, zu denen zwischenzeitlich auch der Bau einer weiteren Autobahnanschlussstelle gehörte, war bisher nicht von Erfolg gekrönt. "Die Gablenzer waren über viele Jahre die Leidtragenden", sagte Raphael.


Mehr Verkehr als anderswo

Geld des Freistaates ist in den letzten Jahren in die Instandsetzung der Fahrbahndecken im Ortsteil Gablenz geflossen. Im Dezember 2018 konnte ein rund 200 Meter langer Abschnitt in der Nähe der Gaststätte "Harmonie" erneuert werden. Im November und Dezember 2015 wurde der Bereich zwischen dem Ortseingang und dem Kreisverkehr "Silberner Pelikan" für rund 580.000 Euro erneuert. Die Ortsdurchfahrt wird von viel mehr Fahrzeugen als andere Staatsstraßen im Freistaat genutzt. Normalerweise rollen nur 3500 Autos am Tag über eine Staatsstraße. In Gablenz sind es doppelt so viele Fahrzeuge. (hof)

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...