Waldsiedler erhalten nach 75 Jahren ein Vereinshaus

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Ein seit langer Zeit geplantes Vorhaben im Westen von Werdau wird jetzt Realität. Im Dezember soll das Mehrzweckgebäude bezugsfertig sein.

Werdau.

An der Einmündung Querweg/Breite Straße, mitten in der Werdauer Waldsiedlung, herrscht seit gut einer Woche reges Treiben. Von einem rund 900 Quadratmeter großen, unbebauten Grundstück hat der Verein "Werdauer Waldsiedler" eine circa 300 Quadratmeter große Fläche erworben und will darauf ein Mehrzweckgebäude errichten. Bis zum Jahresende soll das Haus stehen. Projektiert hat das Objekt Volkmar Dittrich. Für den 81-Jährigen, der zwischen 2001 und 2008 Oberbürgermeister von Werdau war und zuvor ein Ingenieurbüro in Werdau betrieb, war es nach eigenen Worten der letzte Auftrag, den er realisierte.

"Das Funktionsgebäude ist für den Verein gedacht. In dem Objekt wird sich künftig auch die Geschäftsstelle des Vereins befinden", sagt Heinz John, der seit 34 Jahren die Geschicke der Waldsiedler leitet. Das Gebäude, das als Flachbau entsteht, wird über eine Nutzfläche von 64 Quadratmetern verfügen. Vorgesehen sind ein Beratungsraum, eine Teeküche, Toiletten und ein Büro. Geplant ist, das die Siedler den Mehrzweckraum auch für Feierlichkeiten mieten können. Die geplanten Kosten für den Neubau, inklusive Grundstückskauf, betragen rund 80.000 Euro.

Für Heinz John geht mit dem Bau auch zugleich ein seit Jahren bestehender Wunsch in Erfüllung. "Die Geschichte des Vereins geht bis in die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg zurück. Entstanden ist die Siedlung auf Bodenreformland und umfasst heute 330 Grundstücke für Erholungssuchende. Was bisher fehlte war ein Mehrzweckgebäude für den Verein", so John. Die gesamte Verwaltungsarbeit spielte sich bisher im Keller des Vereinsvorsitzenden ab. Dort bewahrt er auch alle Unterlagen auf. "Ich bin jetzt 80 und werde die Funktion des Vereinsvorsitzenden nicht mehr eine Ewigkeit ausüben können."

Die Büroarbeit hat enorm zugenommen. Der Grund: In den vergangenen Jahren ist aus der Siedlung am Rande des Werdauer Waldes eine funktionierte Kleinstadt geworden und damit der Verwaltungsaufwand gestiegen. "Wir haben in Eigenregie die Versorgung mit Wasser und Strom organisiert. Das bedeutet, dass die Stadt- und Wasserwerke Strom und Wasser bis zur Siedlung liefern. Um die Verteilung innerhalb der Siedlung kümmern wir uns selbst. Das trifft auch auf das Abwasser zu. Mehr als 1,3 Millionen Euro haben wir bislang in den Ausbau und die Modernisierung unseres vereinseigenen Netzes investiert", sagt John. Die Abrechnung der Nebenkosten erfolge ebenfalls in Eigenregie.

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