Warnstreik: Am Mittwoch bleiben viele Busse im Depot

Zum dritten Mal streiken Busfahrer für mehr Lohn. Auch der Regionalverkehr Westsachsen ist daran beteiligt.

Zwickau/Werdau.

Buspendler müssen sich am morgigen Mittwoch für die Fahrt zur Arbeit oder zur Ausbildung auf Schwierigkeiten einstellen. Die Gewerkschaft Verdi hat Mitarbeiter im Regionalverkehr einen Tag vor der nächsten Verhandlung sachsenweit zum Warnstreik aufgerufen. Betroffen ist auch der Regionalverkehr Westsachsen, der 63 öffentliche und 24 Schülerverkehrslinien in der Region bedient. "Ab 2 Uhr morgens treten die Mitarbeiter in einen 24-stündigen Warnstreik", sagt Verdi-Sekretär Jürgen Becker. Die Gewerkschaft will so den Druck auf die Arbeitgeber im laufenden Tarifstreit erhöhen und rechnet in ganz Sachsen mit insgesamt 2500 Teilnehmern. Die Städ- tischen Verkehrsbetriebe Zwickau sind von der Aktion nicht betroffen.

Bei den bisherigen Runden lagen die Standpunkte noch weit auseinander. Verdi fordert vom Arbeitgeberverband Nahverkehr (AVN) einen höheren Stundenlohn und die Anhebung der Lehrlingsvergütung. Derzeit liegt der Stundenlohn eines Busfahrers laut Gewerkschaft bei 12,30 Euro. Gefordert werden 15,66Euro und damit eine Erhöhung um knapp 27 Prozent. Auch die Lehrlingsvergütung soll deutlich steigen. Für Auszubildende im ersten Jahr etwa von 650 auf 900Euro. Die Laufzeit des neuen Tarifvertrages soll ein Jahr betragen.


In der jüngsten Verhandlungsrunde Ende April hatten die Arbeitgeber bei einer Laufzeit von drei Jahren Entgelterhöhungen von 3,5 im ersten Jahr und jeweils drei Prozent im zweiten und dritten Jahr angeboten. Für Verdi ist das nicht akzeptabel, die Gewerkschaft beharrt auf der Forderung von 15,66 Euro. "Ab Januar dieses Jahres erhalten vergleichbare Arbeitnehmer in Sachsen-Anhalt bereits diesen Stundenlohn", meint Becker. Die sächsischen Mitarbeiter könnten nicht von der Entgeltentwicklung in der Branche abgekoppelt werden.

Einen Vergleich mit anderen Bundesländern sieht der Arbeitgeberverband jedoch kritisch. "Wir können nur das verhandeln, was sich sächsische Firmen leisten können", sagt AVN-Geschäftsführer Udo Wilms. Sachsen sei bereits seit 25 Jahren ein eigenständiger Tarifbereich. In der jüngsten Verhandlungsrunde hätten die Tarifpartner sehr intensiv sondiert. "Wir konnten aber letztlich der Erwartungshaltung von Verdi nicht entsprechen", meint Wilms. Neben der Vergütung will die Gewerkschaft künftig auch die Arbeitsbedingungen verbessern. So hätten die Fahrer oftmals geteilte Dienste.

Dabei werden Hauptverkehrs- zeiten bedient, die Fahrer arbeiten morgens und nach einer Pause nachmittags wieder. Für den Arbeitgeberverband sind solche Arbeitszeiten jedoch unverzichtbar. "Ohne diese geteilten Dienste kommen die Firmen nicht aus. Dafür gibt es auch entsprechende Zulagen", meint der AVN-Chef. Schließlich sei nicht jeder Dienst geteilt.

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