Was jungen Leuten in Werdau auf den Nägeln brennt

Reporter der Schülerzeitung "Hummel" haben Oberbürgermeister Sören Kristensen mit ihren Problemen konfrontiert - und dabei kein Blatt vor den Mund genommen.

Werdau.

Seit Herbst 2018 gibt es am Werdauer Gymnasium eine Schülerzeitung, die sich mit dem Alltag an der Einrichtung sowie den Problemen der Jugendlichen befasst. Bisher sind zwei Ausgaben der "Hummel" erschienen. An der dritten wird derzeit gearbeitet. Dazu haben jetzt zwei Vertreter des Teams, Emily von Ryssel und Lena Strohmeyer, Oberbürgermeister Sören Kristensen (Unabhängige Liste) im Rathaus besucht und dort mit Problemen konfrontiert, die junge Leute beschäftigen. Verkehr: Warum gibt es auf der Straße vor dem Gymnasium keinen Zebrastreifen? Das Stadtoberhaupt erklärte den Jugendlichen, dass es nur vor einigen Schulen in Werdau einen Zebrastreifen gibt. Warum das nicht vor dem Gymnasium der Fall sei, konnte er nicht begründen. Er fand den Sachverhalt jedoch interessant. "Wir werden prüfen, ob das Sinn macht", versprach Sören Kristensen.

Bahnhof: Das Bahnhofsgebäude soll abgerissen werden. Warum? Das Thema Umgestaltung des Bahnhofsbereiches sei nicht neu und werde bereits seit 2009 diskutiert. Den Abriss des Empfangsgebäudes habe der Stadtrat vor Jahren beschlossen. "Zu dem Zeitpunkt habe ich auch dem Gremium angehört und mit für den Abriss gestimmt. Dazu stehe ich immer noch", sagte das Stadtoberhaupt. Er erklärte den Jugendlichen, dass es wichtig sei, das "Tor zur Stadt" zu verbessern. "Wenn jemand mit der S-Bahn ankommt, den Bahnhof, die Haltestellen davor und den gesamten Bereich sieht, bekommt er keinen schönen Eindruck von der Stadt. Das müssen und werden wir ändern." Er bezeichnete das auch als eine Chance für die Entwicklung der Achse Bahnhof-Innenstadt. "Wenn wir das Bild verbessern und das Areal ansehnlicher gestalten wollen, müssen wir ein Signal setzen."

Strandbad: Wann wird die Rutsche im Strandbad an der Kober repariert? Die Reparatur würde rund 200.000 Euro kosten. Dafür habe die Kommune kein Geld. Man werde aber dennoch überlegen, wie das Problem gelöst werden könne. Das gesamte Gebiet sei in den zurückliegenden Jahren vernachlässigt worden. "Das werden wir ändern", versprach das Stadtoberhaupt. Derzeit gibt es einen Wettbewerb von Studenten, die verschiedene Varianten zur Zukunft der Talsperre erstellen. "Wenn das Ergebnis im Frühjahr kommenden Jahres vorliegt, werden wir weitersehen."

Stadtbild: Warum sind so viele Häuser in Werdau kaputt oder sehen nicht schön aus? Das könne man nicht verallgemeinern und treffe hauptsächlich auf die Innenstadt zu. Werdau habe seit 1990 rund 7000 Einwohner verloren. Dadurch stünden viele Wohnungen und Häuser leer. "Wir haben in den zurückliegenden Jahren schon etliche Häuser abgerissen und werden das auch weiterhin tun, um den Bestand dem Bedarf anzupassen", sagte Kristensen. Er verwies zugleich auf die vielen schönen Ecken, die es in Werdau gibt. Als Beispiel nannte er Leubnitz-Forst.

Radwege: Kritisiert wurde das Fehlen von Radwegen. Würde es nach seinem Willen gehen, so das Stadtoberhaupt, gäbe es in Werdau mehr Radwege. Dazu müssten aber die Bedingungen durch die Landesregierung geändert werden. "In Sachsen wurde das Thema lange vernachlässigt und besaß beim Bau von neuen Straßen keine Priorität. In Thüringen ist das ganz anders. Wo wir als Stadt etwas tun können, machen wir das auch. Allerdings müssen dafür die Straßen eine entsprechende Breite haben."

Brachfläche: Wird der Platz am Gedächtnisplatz, auf dem eine alte Fabrik abgerissen wurde, wieder bebaut? Das Gebäude, das einst zur Massi gehörte, sei abgerissen worden, um Platz für die Neugestaltung der B 175 in dem Bereich zu schaffen. Die 90-Grad-Kurve soll künftig der Vergangenheit angehören.

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