Wehr geht bei Mitgliedersuche neue Wege

Das Sommerfest ist einer der Höhepunkte im Vereinsleben der Fraureuther Wehr. Dabei wollen die Mitglieder zeigen, dass sie keine Alt-Herren-Truppe sind und zugleich für neue Mitstreiter werben.

Fraureuth.

Die New Yorker Feuerwehr bringt jährlich einen Hochglanz-Jahreskalender heraus, auf dem zwölf gut aussehende und durchtrainierte Männer mit freiem Oberkörper abgebildet sind. Der Verkauf des Kalenders dient nicht nur dazu, die Kasse der Truppe aufzubessern, sondern soll Werbung für eine Mitgliedschaft in der Wehr sein. Die Botschaft: Wir sind ganze Kerle. Das zeigt Wirkung. Rund 500 Männer bewerben sich jährlich für den Dienst in der wohl härtesten Feuerwehr der Welt. Die New Yorker Feuerwehr zählt rund 11.000 Einsatzkräfte und kann bei den Motiven für den Kalender aus einem großen Potenzial wählen.

Das kann die Fraureuther Feuerwehr nicht. Die zählte gerade einmal 34 aktive Mitglieder und muss der Suche nach neuen Mitstreitern andere Wege gehen. Ein erster Schritt dazu wurde im Vorjahr mit der Neuwahl der Leitung des traditionsreichen Vereins getan. Dessen Führung teilen sich jetzt zwei Männer: Patrick Päsler (33) ist für die aktive Wehr zuständig, Peter Schmidt (37) kümmert sich unter anderem um das Marketing, die Zusammenarbeit mit anderen Vereinen und die Präsentation der Wehr in der Öffentlichkeit. Dabei kann das Duo bereits erste Erfolge verbuchen. "In den zurückliegenden Monaten konnten wir fünf neue Mitglieder für die aktive Wehr gewinnen, davon zwei Frauen. Unsere Nachwuchsabteilung ist auf zwölf Mitglieder angewachsen", sagte Peter Schmidt am Rande des diesjährigen Sommerfestes.

Das Konzept der Veranstaltung, die am Samstag auf dem Gelände rund um das Feuerwehrgerätehaus an der Hauptstraße in Fraureuth stattfand, wurde komplett überarbeitet. "Wir haben mehr den Familiencharakter in den Mittelpunkt gestellt und das Angebot für Kinder erweitert. Unser Ziel ist, vielleicht das eine oder andere Kind nach dem Sommerfest für unserem Verein gewinnen zu können. Nachwuchs können wir immer gebrauchen", sagte Peter Schmidt während der Veranstaltung. Ob es gelingt, wird sich im Nachhinein zeigen. Zumindest herrschte bereits am Nachmittag, trotz hochsommerlicher Temperaturen, reger Betrieb auf dem Gelände. Gefeiert wurde bis in den späten Abend hinein.

Die jungen Gäste waren von den Angeboten begeistert. Besonders der Feuerwehrparcours, bei denen Geschicklichkeit gefragt war, fand Anklang. "Ich finde den cool", sagte der siebenjährige Sascha, der gemeinsam mit seinem zwölfjährigen Bruder zu den Besuchern gehörte. Die beiden Jungen wollten ursprünglich mit dem Rad ins Freibad fahren und hatten sich auf den Weg dorthin kurzfristig umentschieden. Zufriedene Besucher waren genau das, was sich die Organisatoren gewünscht hatten.

Für sie ist das Sommerfest nur eine Form, sich in der Öffentlichkeit zu präsentieren. "Wir haben seit einigen Monaten auch bei Facebook eine eigene Seite mit inzwischen mehr als 600 Fans", sagt Peter Schmidt. Zu den nächsten Zielen des Führungsduos gehört der weitere Ausbau der Zusammenarbeit mit den Kindereinrichtungen im Ort.

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