Wehren setzen auf Gemeinsames

Vor 25 Jahren änderte sich in der Großgemeinde Neukirchen für die ehrenamtlichen Retter die Arbeit. Heute braucht man junge Leute ebenso wie die erfahrenen Mitstreiter.

Neukirchen.

25 Jahre ist es her, dass die Ortschaften Dänkritz und Lauterbach nach Neukirchen eingemeindet wurden. Ebenso lange gibt es eine Feuerwehr, die von einem Gemeindewehrleiter betreut und von drei Ortswehrleitern in Neukirchen, Dänkritz und Lauterbach geführt wird. In den zurückliegenden Jahren konnte in allen drei Wehren in der Führungsriege ein Generationswechsel vollzogen werden. In Neukirchen ist seit Juni 2019 der 37-jährigen Daniel Tautenhahn als Wehrleiter eingesetzt. Der Lauterbacher Peter Kuhle (41) ist seit 2017 und der Dänkritzer Enrico Hilbig (43) seit März 2012 als Wehrleiter aktiv.

Die Zahl der aktiven Einsatzkräfte zu erhöhen, aber auch das Gewinnen neuer Mitstreiter über die Jugendfeuerwehr sind wichtige Aspekte, die von allen drei Wehren ernst genommen werden. Neu ist unter anderem, dass man versucht, in die Dienstpläne der Ortswehren Schwerpunkte einzuarbeiten. "Das wird dann bei einer gemeinsamen Übung geprobt, um im Ernstfall optimal zu agieren. Das ist nicht immer leicht", sagt Daniel Tautenhahn. Für Peter Kuhle ist es besonders wichtig, jene Kameraden einzubeziehen, die nicht mehr im aktiven Dienst ausrücken. "Es gibt vieles, was ihnen noch leicht von der Hand geht und Spaß macht. Man sollte die Mitglieder der Alters- und Ehrenabteilung immer integrieren."

Enrico Hilbig sieht in der Werbung neuer Mitstreiter Potenzial. Das funktioniere am besten, wenn man bei Veranstaltungen im Ort die Feuerwehr mit ins Boot holt. "Mit der modernen Technik, die heutzutage in den Fahrzeugen und auch der Ausrüstung zu finden ist, weckt man Interesse." So könne man Interessierte locken, in den Reihen der Feuerwehr aktiv zu werden.

Das Thema Jugendfeuerwehr nimmt in allen drei Ortswehren einen hohen Stellenwert ein. Mit der Gründung der Jugendfeuerwehren von Lauterbach am 1. Mai 1991 und von Neukirchen am 8. September 1994 legte man einen wichtigen Grundstein für den Fortbestand der Wehren. Aus strukturellen Gründen, wegen der Ortschaftsgröße und der Mannschaftsstärke ließ sich die Gründung einer Jugendfeuerwehr in Dänkritz nicht durchführen. Dort setzte man auf die Strategie "Wie der Vater, so der Sohn" und baute eine starke Nachwuchsabteilung auf. Viele ihrer Mitglieder waren schon in einem Alter, in dem sie nach erfolgter Ausbildung gleich der aktiven Wehr beitreten konnten.

Jene ersten Mitstreiter der Jugendfeuerwehr von Lauterbach und Neukirchen sind heute, wie Peter Kuhle und Daniel Tautenhahn, aber auch der Dänkritzer Enrico Hilbig, in verantwortungsvollen Funktionen. Neue Mitstreiter bei der Jugend zu gewinnen, ist schwierig, sagen die Ortswehrleiter. Habe man Glück, bringen Mitglieder der Jugendfeuerwehr aus dem Freundes- und Bekanntenkreis neue Mitstreiter mit. Das klappe aber logischerweise nicht immer. Deshalb setze man auf die gute Zusammenarbeit mit der Neukirchener Grund- und der Mittelschule. Eine weitere Möglichkeit seien Schnupperstunden, zu denen interessierte Jugendliche eingeladen werden. Nicht nur Feuerwehrtechnik soll dabei im Mittelpunkt stehen. "Wir möchte auch das Zusammengehörigkeitsgefühl wecken, beispielsweise bei einem Kegelnachmittag, Kinobesuch oder einem Besuch im Schwimmbad."

Wer in der Wehr aktiv werden möchte, egal ob Mann oder Frau (ab 16 Jahre) oder Kind (ab 8 Jahre) kann sich mit den Ortswehrleitern von Neukirchen, Dänkritz und Lauterbach in Verbindung setzen. Sie sind per Telefon erreichbar: Daniel Tautenhahn 0176 60600752, Peter Kuhle 0172 8760883, Enrico Hilbig 0173 9325801.

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