Wenn Hilfe per Knopfdruck kommt

Mit dem Haus-Notruf haben die Johanniter einen Volltreffer gelandet. In Westsachsen nutzen mehr als 1100 Senioren das Angebot. Doch wie funktioniert das Ganze?

Werdau.

Im Landkreis Zwickau leben rund 317.000 Menschen, 92.284 (Stand Dezember 2018) sind 65 Jahre und älter. Tendenz steigend. Ein Großteil der Senioren lebt in einem Ein-Personen-Haushalt und möchte sich bis ins hohe Alter die Selbstständigkeit bewahren. Doch was ist, wenn einmal medizinische Hilfe benötigt wird und die Familienangehörigen weit weg wohnen oder nicht erreichbar sind? Unterstützung bieten in dem Fall die Johanniter mit einem sogenannten Haus-Notruf. Ein ähnliches Angebot offerieren in der Region unter anderem auch der DRK-Kreisverband Zwickauer Land mit Sitz in Crimmitschau und die Volkssolidarität Zwickauer Land mit Sitz in Werdau.

Beim Johanniter-Regionalverband Vogtland-Zwickau dessen Firmensitz sich ebenfalls in Werdau befindet, nutzen derzeit 1100 Personen das Angebot. "Das ist eine ordentliche Zahl", schätzt Christin Fischer, zuständig für Haus-Notruf im Regionalverband, ein. "Im Vorjahr wurde allein im Raum Werdau-Zwickau 420-mal Hilfe geleistet. Den meisten Nutzern gibt der Notruf ein Gefühl von Sicherheit, dass ihnen im Ernstfall schnell geholfen wird." In den meisten Fällen, so Fischer, benötigen die Senioren nach einem Sturz in der Wohnung Hilfe, weil sie selbst nicht mehr auf die Beine kommen.


Doch wie funktioniert das Ganze? Christin Fischer von den Johannitern erklärt das Prinzip: Der Senior trägt den Notruf als Armband oder in Form einer Kette ständig bei sich. Gerät er in eine Notlage, drückt er einfach den roten Knopf in der Mitte. Der gibt über eine sogenannte Basisstation, die Bestandteil der Ausrüstung ist und in der Wohnung in der Nähe einer Steckdose platziert wird, ein Signal an die Notrufzentrale. "Die Einrichtung ist mit speziell ausgebildetem Personal rund um die Uhr besetzt." Läuft der Notruf ein, nimmt die Zentrale mit der in Not geratenen Person über einen in der Basisstation integrierten Lautsprecher Kontakt auf und erkundigt sich nach dem Vorfall. Danach wird die weitere Vorgehensweise entschieden. Meldet sich die in eine Notlage geratene Person nicht, erfolgt ein zusätzlicher Rückruf über das Telefon. Erfolgt auch dann keine Reaktion, weil der Patient beispielsweise nicht ansprechbar ist, wird sofort medizinische Hilfe losgeschickt. "Die jeweiligen Patientendaten werden bei Vertragsabschluss in einem persönlichen Gespräch, bei dem auch Familienangehörige mit anwesend sind, erfragt." Die Daten werden vertraulich behandelt, sind aber für den Mitarbeiter in der Notrufzentrale für die richtige Entscheidung notwendig. Dazu gehören zum Beispiel Krankheiten, unter denen der Patient leidet oder Medikamente, die er dauerhaft einnimmt.

Angeboten werden drei verschiedene Modelle, deren Preisspanne zwischen 25 und 74 Euro im Monat variiert.

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