Werdau ist als Eigenheimstandort gefragt

Die Kommune ist in einer glücklichen Lage: Sie hat noch etliche Flächen für Häuslebauer frei. Und es entstehen weitere.

Frank Vollgold und Tina Ulbrich sind in der Werdauer Sorge seit einiger Zeit Nachbarn. In diesem Wohngebiet wird jetzt weitergebaut.

Für Sie berichtet: Annegret Riedel

Den Umzug von ihrer Mietwohnung in Chemnitz in das Eigenheim in der Werdauer Sorge haben Frank und Daniela Vollgold bisher keinen Tag bereut. "Preis und Lage mussten stimmen. Und Werdau hatte durch Freunde und Bekannte bei uns auch einen Bonus", sagt Vollgold, der gebürtiger Zwickauer ist. Ländlich und trotzdem gut angebunden sei der Standort am Stadtrand. "Wenn ich mit dem öffentlichen Nahverkehr unterwegs bin, brauche ich von meiner Haustür bis ins Büro nach Chemnitz eine Stunde und 10 Minuten. Allerdings muss ich dafür um 6 Uhr aus dem Haus", sagt der 37-Jährige, der sich mit seinen Nachbarn sehr gut versteht. "Wir kennen uns mittlerweile alle gut." Werdau sei seine neue Heimat geworden. Klein, aber fein und Potenzial für mehr, so lautet des Fazit von Frank Vollgold über die Pleißestadt. "Hier haben wir alles, was wir brauchen. Und was fehlt, vielleicht ein größeres Freizeitangebot wie in Chemnitz oder Leipzig, kann ich bequem erreichen", sagt der Neu-Werdauer, der sich schon auf das Stadtfest am Wochenende freut. Auch im Hinblick auf die Familienplanung habe die Stadt einiges zu bieten, Kindereinrichtungen, Schulen, das Gymnasium.

Werdau hat sich zu einer gefragten Adresse für Eigenheimbauer entwickelt. Laut Oberbürgermeister Stefan Czarnecki (CDU) hat die Kommune in diesem Jahr bisher 16Anträge auf die Errichtung von Eigenheimen genehmigt. Vier sind derzeit noch in Bearbeitung. Im vergangenen Jahr wurden 35 derartige Bauanträge bewilligt. "Wir sind in der glücklichen Lage, dass wir über die entsprechenden Flächen verfügen", kommentiert der Oberbürgermeister den "Bauboom" in Werdau und seinen Ortsteilen. Auch die derzeit sehr günstige Zinspolitik spiele den Häuslebauern in die Karten.

In der Werdauer Sorge begann nach dem Abriss der Plattenbauten 2013 die Erschließung. Bis 2020 werden dort rund 70 Häuser entstanden sein. Aktuell soll eine Fläche an der Alexander-Lincke-Straße fürs Bauen vorbereitet werden. Dort könnten noch einmal 14 Eigenheime entstehen. Auch im Gebiet Leubnitz-Forst, das insgesamt 450 Grundstücke hat, gäbe es immer wieder Möglichkeiten, neue Häuser zu errichten. "Wir bewilligen im Jahr bis zu sieben Bauanträge." Nach der Insolvenz des Bauträgers in Steinpleis hat die Kommune die weitere Gestaltung dieses Wohngebietes nahe der ehemaligen Brauerei übernommen. "Auch dort ist die Nachfrage nach Flächen groß." Vorbereitet als neuer Wohnungsbaustandort wird außerdem ein Gelände in Leubnitz. Dort sollen auf dem früheren Sportplatz Eigenheime entstehen.

Stadt plant zwei Wohngebiete

In Crimmitschau haben die Mitarbeiter der Stadtverwaltung im ersten Halbjahr neun Anträge für den Bau von neuen Einfamilienhäusern genehmigt. In den Vorjahren waren es 23(2017), 16 (2016) und 19 (2015).

Für potenzielle Häuslebauer sollen zwei neue Wohngebiete erschlossen werden. Dabei handelt es sich um ein rund 20.000 Quadratmeter großes Grundstück zwischen Westberg- und Bebelstraße. Zudem ist eine rund 12.000 Quadratmeter große Fläche in der Sonnensiedlung an der Glauchauer Landstraße vorgesehen. "Der Platz reicht für rund 40 Einfamilienhäuser", sagt Bau-Fachbereichsleiter Götz Müller. Die Grundstücke bietet die Crimmitschauer Wohnungsgesellschaft an. (hof)

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