Werdau sucht Energiemanager mit Fingerspitzengefühl

Ein neues Projekt soll Einsparungen in den 90 städtischen Gebäuden bringen - Start ist am 1. September

Werdau.

Die Stadt Werdau nimmt am sächsischen "Energieeffizienznetzwerk" teil. Die wichtigsten Fragen dazu beantworten Birgit Pallas, Fachbereichsleiterin Finanzverwaltung, und Sandra Hohmuth, Leiterin der Fachgruppe Gebäudemanagement im Rathaus Werdau.

Warum nimmt Werdau an diesem Projekt teil?


Klimaschutz ist momentan in aller Munde. Der Stadtrat Werdau hat bereits 2014 ein Klimaschutzkonzept für die Kommune beschlossen. Nun ist es an der Zeit, endlich dafür auch einen eigenen Beitrag zu leisten.

Wieso hat die Stadt so lange damit gewartet?

Es war kompliziert, in entsprechende Förderprogramme aufgenommen zu werden. Einige Programme waren auch einfach zu unkonkret formuliert, enthielten mehr Visionen als praktische Ansätze. Auch die Fördersätze waren oftmals zu gering. Das hätte die Kommune finanziell nicht verkraftet. Das neue Programm, in das Werdau aufgenommen wurde, hat eine 80-prozentige Förderung. Diese Chance konnte sich die Stadt nicht entgehen lassen.

Worauf zielt das Programm ab?

Es geht um Energiesparmaßnahmen in den kommunalen Gebäuden. Erfahrungswerte zeigen, dass eine Energieeinsparung von bis zu zehn Prozent realistisch ist.

Wie viele Gebäude hat die Stadt?

Die über 30 kommunalen Einrichtungen in der Kernstadt und in den Ortsteilen sind in 90 Gebäuden verteilt. Dazu gehören unter anderem Kindergärten, Sporthallen, Schulen, aber auch Garagen. Allein der städtische Bauhof ist in rund zehn Gebäuden untergebracht. Jährlich zahlt die Kommune circa 600.000 Euro an Energiekosten.

Wer soll die anstehende Arbeit leisten?

Es wird für die Zeit, in der das Programm läuft, also bis zum 31. März 2023, ein sogenannter Energiemanager eingestellt. Diese Stelle wird öffentlich ausgeschrieben. Natürlich hoffen wir, dass sich jemand mit Fachverstand, vielleicht aus dem Handwerk bewirbt. Der- oder Diejenige soll am 1. September mit der Arbeit beginnen.

Wie sieht die Arbeit des Energiemanagers aus?

Er wird sich vorwiegend um Messungen und Protokollierungen kümmern, also um Maßnahmen an der Basis. Er soll ermitteln, wie hoch der Energieverbrauch in den einzelnen städtischen Einrichtungen ist und auch Sofortmaßnahmen einleiten. Interessant ist für uns zum Beispiel, ob sich der Einbau der modernen Blockheizkraftwerke in der Diesterwegschule und der Umweltschule gelohnt hat. Der Energiemanager muss aber auch mit den Mitarbeitern vor Ort sprechen, unter anderem mit den Hausmeistern und sie für die Sache sensibilisieren. Dazu braucht es auch ein gewisses Fingerspitzengefühl.

Was kostet das Projekt?

Rund 306.000 Euro, 245.000 Euro davon sind Fördermittel, den Rest muss die Stadt bezahlen. Mit diesem Geld wird der neue Mitarbeiter entlohnt, aber es sollen auch Sofortmaßnahmen wie der Austausch von Luftfiltern oder neue Messtechnik finanziert werden. Größere Baumaßnahmen wie Fassaden- oder Fenstersanierungen können mit diesem Geld nicht erledigt werden. rdl

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