Werdauer findet in seinem "Sehnsuchtsland" zweite Heimat

Der Maler und Grafiker Jürgen Szajny feiert am heutigen Donnerstag seinen 75. Geburtstag. Und macht nur noch, woran er Spaß hat.

Werdau.

Frankreich ist nicht nur das Sehnsuchtsland von Jürgen Szajny, sondern auch seine künstlerische Rettung, wie er sagt. "Ich hatte nach der politischen Wende wieder eine Motivation, künstlerisch aktiv zu sein." Seit 30 Jahren zieht es den Werdauer jedes Jahr mindestens sechs Wochen nach Südfrankreich, wo die Nichte seiner Ehefrau Ursula heimisch geworden ist. "Für uns ist die Region im Departement Gard zum zweiten Zuhause geworden. Und auch wenn wir leider so gar kein perfektes Französisch sprechen, fühlen wir uns in der Dorfgemeinschaft wohl und integriert." Ist er anfangs noch mit großem "Zeichen-Gepäck" gereist, so reichen dem Maler und Grafiker jetzt ein Skizzenblock und ein Aquarellkasten, um seine Eindrücke festzuhalten. "Die Landschaft ist unglaublich abwechslungsreich. Unsere Wohnung liegt direkt am Meer, wir sind aber auch in kurzer Zeit in den Bergen. Es ist einfach fantastisch", schwärmt Szajny, der am heutigen Donnerstag 75 Jahre alt wird, von der wilden und zugleich sanften Schönheit der Landschaft und der Gastfreundschaft seiner Bewohner.

"Bilder aus meinem Arkadien", aus seinem "Land der Glückseligkeit" zeigt der geborene Chemnitzer derzeit in einer Ausstellung im Landratsamt in Werdau. "Dort hängen 20 meiner liebsten Arbeiten aus Südfrankreich." Ab April werden diese dann auch in einer Schau im Partnerlandkreis Darmstadt-Dieburg zu sehen sein. "Die Landschaften, die ich male, gibt es so nicht. Sie sind die Summe vieler Ansichten und Stimmungen, die ich im Kopf habe, bevor ich sie wiedergebe", erklärt der Werdauer das Entstehen seiner Bilder, nicht nur derer, die die südfranzösische Landschaft zeigen. Der Betrachter soll in den Bildern spazieren gehen können. Weiße Flecken wie die französischen Alpen oder den Norden des Landes will Jürgen Szajny in den kommenden Jahren bereisen. "So lange ich Auto fahren kann und es unsere Gesundheit zulässt, geht es jedes Jahr nach Frankreich."

Sein persönliches Resümee zu seinem 75. Geburtstag fällt kurz aus. "Ich hatte immer mit Kunst zu tun, das macht mich zufrieden. Das Leben ist zwar nicht berechenbar, aber es hat für mich immer funktioniert. Ich konnte das tun, was ich wollte." Mit dieser Einstellung und diesem Glück im Leben prägte Jürgen Szajny die Kunstszene der hiesigen Region entscheidend mit - als Galerist in der "Galerie im Eichlerhaus" in Werdau und Leiter des Kreiskunstzentrums Bildende Kunst in Werdau zum Beispiel ebenso wie als Mitbegründer und Vorsitzender des Kunstvereins "Pleissenland". Prägend für das künstlerische Schaffen waren auch seine Jahre bei der SDAG Wismut, in denen Szajny als Leiter der Fördergruppe Malerei und und Grafik viele Motive unter Tage sammelte.

Jetzt mache er nur noch, was ihm Spaß macht, sagt der Werdauer schmunzelnd. In seinem Alter müsse man schließlich auch das Abschiednehmen lernen. Die Organisation der Galerie des Landkreises im Werdauer Verwaltungszentrum und die Ausstellungen gemeinsam mit Matthias Scheibner in dessen Geschäft am Werdauer Markt liegen noch in seinen Händen. Und das soll, wenn es nach ihm geht, noch länger so sein. Nicht nur um geistig rege zu bleiben, sondern auch um sich mit denen auszutauschen, die auf gleicher Wellenlänge liegen.

Die Ausstellung "Bilder aus meinem Arkadien" ist in der Galerie des Landkreises Zwickau im Verwaltungszentrum Werdau, Königswalder Straße 18, bis 31. Januar zu sehen.

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