Westtrasse: Verlauf des noch fehlenden Teilstückes steht fest

Die Entscheidung, wo die Westtrasse auf Römersgrüner Flur verlaufen wird, ist gefallen. Planer präsentierten in einem Bürgerforum das Ergebnis ihrer Arbeit und mussten dabei auch Kritik einstecken.

Gospersgrün.

Im Spätsommer des Vorjahres wurde ein Paket von Vorschlägen zum künftigen Verlauf der neuen S 289, auch Westtrasse genannt, auf Gospersgrüner und Römersgrüner Flur der Öffentlichkeit vorgestellt. Danach herrschte Stillschweigen. Jetzt präsentierten Vertreter der Gesellschaft für Verkehrswesen und ingenieurtechnische Dienstleistungen (List), ein Unternehmen des Freistaates, innerhalb eines Bürgerforums das Resultat ihrer Arbeit. Rund 200 Interessenten in der voll besetzten Gaststätte des Agrarhofs Gospersgrün warteten gespannt auf das Ergebnis.

Die neue S 289 beginnt an der B 173 circa 250 Meter südlich der vorhandenen Kreuzung B 173/Neue Poststraße. Sie verläuft vom Beginn der Baustrecke in einem Linksbogen und nähert sich dabei der vorhandenen S 289 an. Anschließend überquert die Trasse den Neumarker Bach und den Lohbach mittels je eines Brückenbauwerkes. Im weiteren Verlauf quert die Trasse die Bahnstrecke Leipzig-Hof mit einer weiteren Brücke. Nördlich davon wird die vorhandene S 289 mit einer weiteren Brücker gequert. Anschließend nähert sich die Trasse an die vorhandene Bahnstrecke an und verläuft in einem lang gezogenen Rechtsbogen parallel zu den Gleisen. Im weiteren Verlauf quert die Trasse mit zwei weiteren Bauwerken die Straße und den Verbindungsweg zwischen Römersgrün und Beiersdorf. Am Ende schwenkt die Trasse auf die bereits fertiggestellte S 289 ein. Errichtet wird die Straße komplett als eine Neubaustrecke.

Bei der Entscheidung fiel die Wahl auf die Variante eins. Zu Beginn der Planungen standen zehn verschiedene Varianten zur Debatte. Im weiteren Verlauf wurden dann vier Hauptvarianten näher in Betracht gezogen und allen Trägern öffentlicher Belange vorgelegt. Dazu gehörte unter anderem auch die Gemeinde Fraureuth, die sich mit der Thematik auf ihrer Ratssitzung im September des Vorjahres befasste und dabei ebenfalls die Variante eins bevorzugte. Allerdings fanden deren Einwände bisher noch keine Berücksichtigung in den Unterlagen. Darauf machte Bürgermeister Matthias Topitsch (CDU) während des Bürgerforums noch einmal aufmerksam. Die Forderung der Gemeinde: An der Querung der geplanten neuen S 289 mit der Reichenbacher Straße müsse eine Anschlussstelle geschaffen werden. Bisher ist lediglich eine Anschlussstelle im Bereich der S-Kurve am Abzweig nach Gospersgrün vorgesehen. "Kommt die geforderte Anbindung nicht, rollt künftig der gesamte Verkehr vom Postfrachtzentrum weiterhin durch Römersgrün und wir haben am Ende nichts gekonnt." Mathias Mehn, Abteilungsleiter bei der List, versprach dies noch einmal zu prüfen. Topitsch richtete noch weitere kritische Worte an die Behörde. Er bemängelte, dass sich Vertreter des Unternehmens vor einigen Monaten mit der Bürgerinitiative Römersgrün vor Ort getroffen haben, ohne dass die Gemeindeverwaltung davon erfuhr, zu den angesprochenen Themen um eine Stellungnahme gebeten wurde oder das Ergebnis der Zusammenkunft informiert wurde. "So geht man nicht miteinander um", sagte Topitsch.

Kritik äußerte auch Uwe Neubauer. Der Beiersdorfer, der zum Zeitpunkt der Debatte im Gemeinderat noch dem Gremium angehörte, bemängelte, dass die Volksvertreter viel zu wenig Zeit von der List erhalten hatten, um sich ausführlich mit den Varianten zu befassen und zu beraten.

Noch handelt es sich bei der vorgestellten Variante um eine Grobplanung. Mathias Mehn nannte die weiteren Etappen: Als nächster Schritt erfolgt voraussichtlich vom I. bis III. Quartal 2020 das Vergabeverfahren zu Ingenieurleistungen, zur Erstellung des Vorentwurfs und zur Genehmigungsplanung. Zudem werden eine Aktualisierung der Verkehrsprognose sowie Baugrunduntersuchungen und Vermessungsarbeiten durchgeführt. Die aktuellen Zahlen, die der Abteilungsleiter nannte, stammten aus dem Jahr 2013. Da wurden im Bereich Römersgrün 5000 Fahrzeuge an einem Tag auf der S 289 gezählt. Die Planer gehen für 2025 von 9000 Fahrzeuge aus. Läuft alles weiter nach Plan, so ist nach Mehns Aussagen frühestens in fünf Jahren mit dem Baubeginn des vier Kilometer langen Teilstückes zu rechnen. Dabei handelt es sich um das letzte noch fehlende Teilstück der Westtrasse, die die Autobahnen 4 und 72 miteinander verbinden soll.

Die Kosteneinschätzung laut derzeitigem Planungs- und Kenntnisstand sowie aktuell vorliegendem Preisniveau liegt nach Aussagen von Franz Grossmann, Pressesprecher des Landesamtes für Straßenbau und Verkehr, bei rund 17,5 Millionen Euro. Bereitgestellt wird das Geld, vorausgesetzt der Landtag stimmt zu, vom Freistaat.

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