Westtrasse wächst um 2,6 Kilometer

Ab Freitag rollt der Verkehr auf der S 289 an Ruppertsgrün vorbei. Abgeschlossen ist das Projekt damit noch nicht.

Ruppertsgrün.

Eines der wichtigsten Straßenbauprojekte in Sachsen steht kurz von dem Abschluss. Am kommenden Freitag, 10 Uhr, erfolgt im Bereich des Kreisverkehres Greizer Straße die Freigabe der neu verlegten Staatsstraße 289, im Volksmund Westtrasse genannt, auf Ruppertsgrüner Flur. Mehr als vier Jahre hat der Bau des 2,6 Kilometer langen Abschnittes gedauert. Der erste Spatenstich erfolgte am 14. April 2014 im Bereich der Mühlenstraße. Für den ersten Erdaushub verwendete der damalige Wirtschaftsminister des Freistaates, Sven Morlok (FDP), einen besonderen Spaten. Mit dem wurde bereits zehn Jahre zuvor, am 16. September 2004, der erste Erdaushub für den Werdauer Abschnitt der Westtrasse auf dem Gelände des ehemaligen Kfz-Werkes "Ernst Grube" getätigt. Auch beim ersten Spatenstich für den Abschnitt in Langenhessen kam der Spaten am 15. April 2013 zum Einsatz.

Realisiert wurde das Bauvorhaben auf Ruppertsgrüner Flur durch die Gesellschaft für Verkehrswesen und ingenieurtechnische Dienstleistungen, kurz List genannt. Bei dem Unternehmen, das seinen Hauptsitz in Hainichen hat, handelt es sich um eine Firma des Freistaates. Errichtet wurde die neue Straße, die am Kreisverkehr Greizer Straße beginnt und in Höhe der St.-Annen-Straße an die alte S 289 angebunden wurde, größtenteils parallel zur Bahnstrecke in Richtung Hof. Auf dem knapp drei Kilometer langen Abschnitt entstanden drei Brücken, von denen die über dem Lohbach mit einer Länge von 184 Metern die größte ist. Konnte der Freistaat als Auftraggeber beim Bau der bereits fertiggestellten Abschnitte noch auf die finanzielle Unterstützung der EU bauen, so trägt er dieses Mal die Kosten in voller Höhe.

Mit der Freigabe des Teilstückes ist die neue Trasse, die nach ihrer kompletten Fertigstellung die A 4 (Abfahrt Schmölln) und A 72 (Abfahrt Reichenbach) auf 33 Kilometer gewachsen. Abgeschlossen ist das Projekt damit aber noch nicht. Was noch fehlt, ist ein circa drei Kilometer langer Abschnitt auf Gospersgrüner/Römersgrüner Flur. Wann der Bau dafür erfolgt, ist derzeit noch unklar. Die ursprünglichen Unterlagen mussten noch einmal überarbeitet werden. Der Grund: An der S 289 liegt das Gewerbegebiet Neumark. Die im Areal ansässigen Firmen haben sich seit ihrer Ansiedlung positiv entwickelt und wollen weiter expandieren. Damit erhöht sich das ursprünglich prognostizierte Verkehrsaufkommen. Dem soll mit der Neuplanung des Trassenverlaufs Rechnung getragen werden. Der Prozess ist noch nicht abgeschlossen.


Straße insgesamt 36 Kilometer lang

1999 unterzeichneten Sachsen und Thüringen gemeinsam eine Erklärung, eine leistungsfähige Verbindung zwischen den beiden Autobahnen zu schaffen.

Bis mit der Umsetzung begonnen wurde, vergingen fünf Jahre. Der Startschuss erfolgte am 22. Juni 2004 im benachbarten Bundesland: Auf Thüringer Gebiet begann die Erneuerung der Landesstraße von Schönhaide (Abfahrt A 4) bis zur Sächsischen Grenze und gleichzeitig die Erneuerung der Kreisstraße bis nach Thonhausen. Noch im gleichen Jahr wurde auch in Werdau mit dem Bau der Trasse begonnen.

Die erste Freigabe der aus sieben Planungsabschnitten bestehenden Westtrasse erfolgte im Dezember 2007 mit der Fertigstellung der fünf Kilometer langen Ortsumfahrung von Reichenbach. Es folgte 2008 die Freigabe der Ortsumfahrung von Crimmitschau (4,3 Kilometer lang).Auf dem 3,1 Kilometer langen Teilstück in Werdau rollt der Verkehr seit 2009. Die Fertigstellung der Abschnitte Langenhessen und Neukirchen erfolgte zeitgleich vor drei Jahren. (umü)

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