Wetter hält Ungeziefer in Schach

Wissen Sie noch? Den Fichten drohte ein massiver Borkenkäferbefall.

Werdau.

Das aktuelle Auf und Ab des Wetters bringt vor allem eins mit sich: Frustration. Mal ist es zu kalt, dann wieder zu nass, kurzzeitig zeigt sich die Sonne. Doch diese Kapriolen haben auch ihr Gutes - vor allem aus Sicht der Revierförster. Denn die unbeständige Witterung hält den Borkenkäfer in Schach. "Der Borkenkäfer mag es warm und trocken. Ist das im Frühjahr über einen längeren Zeitraum so, dann wird das Insekt schnell zu einer Plage", sagt Mathias Schmidt, Sachbearbeiter für Waldökologie und Naturschutz beim Staatsbetrieb Sachsenforst in Plauen. Bei ihm laufen die Meldungen der Revierförster über die Borkenkäfer zusammen. Vor einem Jahr hatte Karsten Preußner, Leiter des Werdauer Forstreviers, Alarm geschlagen: massiver Borkenkäferbefall in den Fichtenbeständen. Braune Nadeln in den Baumspitzen waren die ersten Anzeichen dafür, dass sich das etwa anderthalb bis zwei Millimeter kleine Tier ausgebreitet hatte. Grund dafür waren das milde Wetter und eine lange trockene Periode. "Die Bäume haben regelrecht Stress bekommen, weil sie so wenig Feuchtigkeit zur Verfügung hatten und sind dadurch anfälliger für Schädlinge geworden", erklärte Preußner damals.

In diesem Jahr hat bis jetzt die Kälte den kleinen Schädling ausgebremst. "Das wechselhafte Wetter ist für den Borkenkäfer regelrecht gesundheitsschädigend, dafür ist es gut für die Fichten", sagte Mathias Schmidt. Das könne sich allerdings innerhalb weniger Wochen wieder ändern, eben dann, wenn die Wetterlage hin zu trocken und warm wechsle.

Überprüft wird der Bestand des Borkenkäfers durch das Zählen der gefangenen Tiere in den aufgestellten Fallen, sogenannten Lockstofffallen. Die werden jeweils in der Nähe von Fichten - etwa 15 Meter entfernt vom gesunden Baum- angebracht und regelmäßig kontrolliert. Die Fallen, aus Kunststoff bestehende kleine schmale Kästen mit Schlitzen, werden mit Pheromonen und Klebstoff versehen. Die männlichen Insekten folgen den Lockstoffen, die normalerweise von Weibchen abgegeben werden, und bleiben am Klebstoff hängen.

Falls also das Wetter in diesen Tagen wieder einmal kühl und regnerisch sein sollte, ist das kein Grund für schlechte Laune - außer vielleicht für den Borkenkäfer.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...