WFM hält Fahrzeugtraditionen aufrecht

1898 wurde auf dem Gelände des ehemaligen Kfz-Werkes der Grundstein für den Fahrzeugbau in Werdau gelegt. Auf dem Areal gibt es heute zwei Firmen, die noch immer in der Kfz-Branche aktiv sind. Eine davon auf ganz besondere Weise.

Werdau.

Wenn sich am letzten Aprilwochenende die Liebhaber der ehemaligen IFA-Nutzfahrzeuge auf der Westtrasse in Werdau zum Oldtimertreffen ein Stelldichein geben, gibt es für die Besucher und Aussteller kein Vorbeikommen an der Werdauer Fahrzeug- und Metallkomponenten GmbH (WFM). Das Gelände des Unternehmens befindet sich mitten im Festgelände. Die Firma ist neben der benachbarten Saxas Nutzfahrzeug GmbH das Unternehmen, welches die 121-jährige Fahrzeuggeschichte in Werdau aufrecht hält.

Dort, wo sich beide Firmen befinden, wurde 1898 die Sächsische Waggonfabrik gegründet. Aus der ging später der Lowa Waggonbau und daraus wiederum 1952 das Kfz-Werk "Ernst Grube" hervor. Das Herz von WFM schlägt nicht nur für den Fahrzeugbau, sondern auch für das IFA-Oldtimertreffen. "Wir unterstützen die Veranstaltung seit vielen Jahren auf vielfältige Weise, hauptsächlich auf materiellem Gebiet", sagt der Geschäftsführer des Unternehmens, Thomas Dreißig. Für die Beschäftigten von WFM ist das Treffen eine willkommene Abwechslung. "Sie haben am ersten Veranstaltungstag, der immer auf einen Freitag fällt, bereits kurz nach Mittag Feierabend. Dann beginnt auf dem Festgelände die Anreise der Teilnehmer und der ganze Trubel", sagt Thomas Dreißig.

Gegründet wurde das Unternehmen 2000 von Frank Köhler. Er leitete bis zum Erreichen des Rentenalters die Firma mit Erfolg. Vor zwölf Monaten fand ein Eigentümerwechsel statt. Seit Januar des Vorjahres wird das Unternehmen von Andreas Nöske und Julian Georgi geführt. Drei Monate später kam Thomas Dreißig hinzu, der sich seitdem um das operative Geschäft kümmert.

Acht Wochen nach dem Wechsel des 42-Jährigen in die Chefetage der WFM fand das 21. IFA-Oldtimertreffen statt. Eine völlig neue Erfahrung und zugleich Herausforderung. Thomas Dreißig wollte die Traditionen des ehemaligen Firmeninhabers fortsetzen, der viele Jahre die Veranstaltung unterstützte. "Dabei entstand ganz spontan die Idee, parallel dazu ein Mitarbeiter- und Kundenfest in den eigenen Produktionshallen zu organisieren. Wenn schon auf unserem Firmengelände gefeiert wird, warum dann nicht gleich mitmachen?" fragte sich Thomas Dreißig und landete damit einen Volltreffer. "Die Mitarbeiter waren begeistert und auch ein bisschen stolz darauf, erstmals ihren Arbeitsplatz den Familienmitgliedern präsentieren und sie durch die Hallen führen zu können. Manche Beschäftigten sind seit der Firmengründung im Unternehmen tätig." Im April soll es für die Beschäftigten eine Neuauflage des Festes geben.

Aktuell zählt WFM 45 Mitarbeiter, davon sieben Frauen. Vor einem Jahr hatte das Unternehmen 40 Beschäftigte. Gearbeitet wird in zwei Schichten. Erwirtschaftete WFM im Vorjahr einen Umsatz von 3,6 Millionen Euro, so wird in diesem Jahr die 4-Millionen-Marke angepeilt. Die Auftragsbücher sind gut gefüllt. "Wir fertigen keine kompletten Lkw, wie es einst im Kfz-Werk der Fall war, sondern unterschiedliche Baugruppen für andere Firmen", sagt Thomas Dreißig. Zu den Kunden gehören Unternehmen der Automobilbranche und der Landmaschinentechnik. Tätig ist die Firma auch im Leuchtmittel- sowie im Stahlbau. Die Geschäftspartner kommen aus ganz Deutschland. "Wir stellen unter anderem Muster sowie Klein- und Mittelserien nach den Wünschen der Kunden aus allen handelsüblichen Stählen, Aluminium und Edelstahl her und bieten Komplettlösungen für innovative Serienkomponenten an", erklärt Thomas Dreißig. Als Beispiel nannte der gebürtige Thüringer die Herstellung von Teilen für die Rückleuchten von Müllfahrzeugen oder die Ablagetische in Reisebussen. Bei der Herstellung setzt WFM auf den Einsatz modernster Technik. Dazu gehören Schweißroboter und Laseranlagen. "Das Hauptkapital sind aber unsere Mitarbeiter. Die sind hoch motiviert und arbeiten zuverlässig."

Bewertung des Artikels: Ø 5 Sterne bei 1 Bewertung
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...