Erinnerung an Unfallopfer hinterlässt Radlosigkeit

Vom Geisterfahrrad an der Crimmitschauer Straße wurden in der Nacht zu Donnerstag beide Räder geklaut

Vom Rad, das an einen Toten erinnert, wurden die Räder geklaut.

Fassungslos reagierte Sandra Wilke auf das, was sie am Donnerstag an der Crimmitschauer Straße in Zwickau sah - oder besser, was sie nicht sah. An dem weiß lackierten Fahrrad, das erst vor einer Woche an der Einmündung der Friedrich-Engels-Straße aufgestellt worden war, sind über Nacht die Räder geklaut worden.

Das Rad stand dort in Erinnerung an einen 73 Jahre alten Mann, der am 29. Mai an dieser Kreuzung getötet wurde. Ein Lkw hatte den Radfahrer überrollt. Diese Art des Erinnerns und gleichzeitig Hinweisens auf eine Gefahrenstelle ist weltweit verbreitet: Ghost Bike - Geisterfahrrad - nennt man die weißen Räder. Sandra Wilke hat einen besonderen Blick für dieses Rad, denn die junge Frau hatte an jenem 29. Mai als Ersthelferin dem Verunglückten zur Seite gestanden. "Deswegen war ich so froh, dass das Rad aufgestellt werden konnte und die Stadt auch den Radweg frisch markiert hat", sagte sie. Umso geschockter ist sie über den Diebstahl: "Das ist ein besonders hohes Maß an Dreistigkeit und traurig für die Hinterbliebenen."

An dieser Einmündung stand kurz nach dem Unfall schon einmal ein weißes Rad. Das ist ganz verschwunden. Nun fehlen die Räder. Und Sandra Wilke hält Ausschau nach einem Rad mit weiß lackierten Reifen. (sth)

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