Neumarkt: Baulücke bleibt vorerst

Ende 2014 sollten die ersten Mieter in das Neumarkt-Karree einziehen. Doch das Projekt wurde nie realisiert. Und richtige Pläne für eine Alternative gibt es auch noch nicht.

Zwickau.

Der Boden in der Baulücke an der Leipziger Straße in Zwickau, unmittelbar an der Haltestelle der Straßenbahn und gegenüber dem neuen Ärztehaus der HBK-Poliklinik, trägt seit Jahren ein sattes Grün. Von der seit 2014 geplanten Bebauung ist noch immer nichts zu sehen. Das wird sich so schnell auch nicht ändern. Nach Auskunft der Regensburger Firma Viva-Plan, die das Areal gekauft hat und neu bebauen will, befinde man sich in "der frühen Vorplanung". Erst im Herbst werde man "mit gewisser Prognosesicherheit" sagen können, was am Neumarkt entsteht, sagte Klaudia Lingen-Seitz, Assistentin der Geschäftsführung. Tatsächlich dürfte das bedeuten, das ein Baubeginn frühestens im Jahr 2022 möglich ist.

Offenbar strebt der Eigentümer eine Art Ergänzung zum neuen Ärztehaus an, heißt es aus der Zwickauer Stadtverwaltung. Vorstellbar wäre demnach eine Kombination aus Sanitätszentrum, Physiotherapie, Apotheke, Pflegeeinrichtung, Seniorenwohnen und einem Café. Derzeit würden weitere Gespräche mit dem Investor geführt, sagte Rathaussprecher Mathias Merz. Vom Parkhaus, das sich die späteren Patienten der noch nicht eröffneten Poliklinik wünschen, ist keine Rede mehr. "Die Entwicklung eines reinen Parkhauses war für den Eigentümer nicht vorstellbar", sagte Merz.

Die Stadt weiß hingegen, was sie nicht will: ein Seniorenheim mit stationärer Pflege. "Dazu haben wir eine ablehnende Auffassung", sagte Merz. Dafür bestehe einfach kein weiterer Bedarf. Für die Pflegesituation in Zwickau liege eine aktuelle Analyse vor. "Daraus geht hervor, dass es weiteren Pflegeeinrichtungen vor allem am qualifizierten Fachpersonal fehlen wird", sagte er. Zudem werde von Bund angestrebt, Pflegebedürftige so lange wie möglich zu Hause zu betreuen. Offenbar würde es auch den Neubau des Seniorenheimes an der Ecke Werdauer/ Crimmitschauer Straße nicht geben, wenn das Baurecht dafür nicht bereits vor Jahren gewährt worden wäre. "Die ursprüngliche Genehmigung wurde hier verlängert, was rechtlich zulässig und dann auch zu gewähren ist", sagte Merz.

2013 waren die Häuser Leipziger Straße 6, 8 und 10 abgerissen worden. Sie sollten dem Neumarkt-Karree Platz machen, in dem Wohnungen unter anderem für Studenten und Senioren sowie Ladengeschäfte entstehen sollten. Ende 2014 sollten die ersten Mieter einziehen. Doch obwohl das Projekt auch auf der "Expo Real" in München präsentiert wurde, fanden sich kaum Interessenten und der Investor stampfte das Vorhaben ein. Er wollte stattdessen ein Parkhaus errichten. Doch auch diese Pläne wurden keine Realität. Schließlich verkaufte er die Fläche an die Regensburger Firma.


Einen Monat für
nur 1€ testen.
Verlässliche Informationen sind jetzt besonders wichtig. Sichern Sie sich hier den vollen Zugriff auf freiepresse.de und alle FP+ Artikel.

JETZT 1€-TESTMONAT STARTEN 
0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.