Schwellenwert erreicht - trotzdem Lockerungen

Kritische Grenze zwar überschritten, dennoch Maßnahmen gelockert

Zwickau.

Der Landkreis Zwickau hat zwar die kritische Schwelle von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner am Mittwoch überschritten, aber dennoch die seit Dienstag geltenden Regelungen der jüngsten Allgemeinverfügung wieder abgemildert, die wegen Überschreitens der Grenze von 35 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner eingeführt worden waren. Laut Landratsamt hatte die Allgemeinverfügung Korrekturbedarf. So kommt es zu der kuriosen Situation, dass ab Donnerstag trotz weiter gestiegener Infektionszahlen lockerere Regeln gelten.

Zunächst hatte der Kreis Zwickau am Mittwoch bestätigt, den Schwellenwert gerissen zu haben. Man liege bei einem Wert von 50,07, teilte Sprecherin Ilona Schilk auf Anfrage mit. Ab dieser Schwelle kann die Landesregierung bestimmte Regionen als Corona-Risikogebiete ausrufen. Gegen 16 Uhr gab der Landkreis dann überraschend bekannt, dass er die Allgemeinverfügung vom Dienstag "nach überregionaler Abstimmung" abschwächt. Den Angaben zufolge sind jetzt private Besuche in Pflegeeinrichtungen und Krankenhäusern wieder erlaubt. Zugelassen ist eine Person pro Tag. Die Besucherzahl von Veranstaltungen wurde von 250 auf 500 nach oben korrigiert. Die Erhebung persönlicher Daten bleibt in Kraft.

Von Dienstag auf Mittwoch wurden 43 Neuinfektionen im Kreis festgestellt. Die Anzahl der angeordneten Quarantänen hat sich um 321 erhöht. Aktuell befinden sich 1217 Menschen in Quarantäne. Während sich Innenminister Roland Wöller (CDU) nach einer Kabinettspressekonferenz am Dienstag besorgt über die Entwicklung in Zwickau äußerte, bezeichnete sie der Beigeordnete des Landkreises Carsten Michaelis (CDU) als absehbar. Aktuell würde es laut Michaelis keinen Grund geben, den Krisenstab zu aktivieren, dessen Vorsitzender er während der ersten Welle im Frühjahr war. Stattdessen sei nun wichtig, an die Vernunft der Menschen zu appellieren. (mit hof/kok)

00 Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.