Zeit auf dem Eis reicht nicht aus

Eishockey-Talente aus Crimmitschau brauchen eine zweite Eisfläche. Ein Verein setzt auf die "emotionale Schiene".

Crimmitschau.

Um die Zukunft des Profi-Eishockeys in Crimmitschau muss einem wahrscheinlich nicht bange sein. Als Oberbürgermeister André Raphael (CDU) am Montagnachmittag den Mädchen und Jungen aus der Laufgruppe des ETC Crimmitschau die Frage stellte, wer später einmal das Eispiraten-Trikot tragen will, gingen viele Hände nach oben. Bis dahin müssen die drei- bis siebenjährigen Knirpse noch kräftig in den Übungseinheiten schwitzen.

Ins Schwitzen kommt auch der Vorstand des ETC Crimmitschau. Bei den Kapazitäten im Kunsteisstadion im Sahnpark stößt der Verein schon seit einigen Jahren an seine Grenzen. Die Nachwuchstalente dürfen 21 Stunden pro Woche auf dem Eis trainieren. Das reicht hinten und vorne nicht aus. "Wir würden normalerweise 32 Stunden pro Woche benötigen", sagt Eishockey-Obmann Lutz Höfer. 283 Kinder und Jugendliche befinden sich im Trainingsbetrieb, teilt der ETC mit. Die Tendenz ist steigend, da durch den Schnupperkurs "Eislaufen lernen mit dem Eispiraten" immer wieder Knirpse begeistert werden können - aus Westsachsen und Ostthüringen.

Die Verantwortlichen des ETC machten in der Vergangenheit in Briefen und Gesprächsrunden auf die fehlenden Trainingszeiten aufmerksam. Am Montag, als die Laufgruppe die erste Übungseinheit im neuen Jahr absolvierte, wurden die Kommunalpolitiker erstmals in das Kunsteisstadion im Sahnpark eingeladen. André Raphael und die sechs anwesenden Stadträte von CDU, Bürgervereinigung, FDP und SPD übergaben knapp 60 Pucks mit einem ETC-Logo an die Kinder. "Wir setzen hier auch auf die emotionale Schiene", sagte ETC-Vereinsvorsitzender Matthias Gerth und zog einen Vergleich: "Ein Autoverkäufer muss auch die Vorzüge seiner Modelle präsentieren."

Den Termin hat der Vorstand des ETC Crimmitschau bewusst gewählt. Der Grund: Am Donnerstag gibt es ein Treffen zwischen Vertretern des Vereins und der Stadtverwaltung. Dabei geht es um den Aufbau einer zweiten Eisfläche, bestätigen beide Seiten. Die Finanzierung soll offenbar durch den ETC gestemmt werden. Momentan läuft die Suche nach einem passenden Standort für die zweite Eisfläche im Umfeld des Kunsteisstadions.

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