Zentrales Thema ist der Mensch

Eine der bekanntesten Künstlerinnen der Region präsentiert von Montag an ihre Werke in Werdau im Ausstellungsraum des Fischmarkts Scheibner und im Geschäft selber.

Werdau.

Beim Mittagshappen im Fischmarkt von Inhaber Matthias Scheibner am Werdauer Markt können aufmerksame Gäste seit etwa neun Jahren immer wieder den Blick auf Kunstwerke regionaler Künstler richten. Vom Montagabend an werden Werke der Zwickauer Künstlerin Regina Franke in den Geschäftsräumen und im wenige Meter weiter gelegenen Ausstellungsraum zu sehen sein.

Mit dieser Schau werden die Präsentation von künstlerischen Handschriften, die Vorstellung der Vielfalt künstlerischer Äußerungen sowie die hilfreiche Unterstützung von sächsischen Künstlerpersönlichkeiten fortgesetzt. Regina Franke gehört zu den profiliertesten Künstlerinnen Westsachsens.


Regina Franke ist Jahrgang 1953 und in Zwickau geboren. Sie besuchte die allgemein-bildende polytechnische Oberschule und wurde Schrift- und Plakatmalerin. Als Mitglied im Förderstudio für Grafik in Zwickau konnte sie ihre autodidaktische Arbeit in den Techniken Zeichnung, Radierung und Lithografie verbessern. 1977 wurde sie Mitarbeiterin im Stadtkabinett für Kulturarbeit und Leiterin der Galerie am Domhof in Zwickau. 1984 wurde sie Mitglied im Verband Bildender Künstler der DDR und ist seitdem freischaffend in Zwickau tätig. Seit 1991 ist sie Mitglied im Chemnitzer Künstlerbund und im Bundesverband Bildender Künstlerinnen und Künstler sowie im Kunstverein Zwickau.

Regina Franke ist bekannt für ihre expressiv-gestischen Figurationen. In ihren großformatigen Kohle- und Kreidezeichnungen begegnet der Betrachter Menschen in existenziellen Situationen voll sprechender Gestik. Der Mensch mit seinem allgemeinen Grundverhalten ist ihr zentrales Thema. Regina Franke reflektiert innere Sein-Zustände, emotionale Ausnahmezustände und psychische Verhaltensmuster und verdichtet ihre Figuren zu Zeichen zwischen Liebe und Verzweiflung. Dabei werden einzelne Körperteile intensiviert, während andere in verschatteten Zonen verschwinden. Mit Hilfe digitaler Bildbearbeitung kombiniert sie ihre Zeichnungen mit Textauszügen und großflächig eingefügten Wörtern, die weitere Bedeutungsebenen eröffnen.

Die teilweise sehr großformatigen Kunstwerke bestechen durch ihre starke Ausdruckskraft. Es dominieren dunkle Farben und Traurigkeit. Es geht um Trennung und Schmerz.

Aber nicht nur das zwischenmenschliche Leid bewegt die Künstlerin, sondern auch das tierische Leiden. Ihre Grafiken und Grafikzyklen widmet sie auch gequälten Tieren. In diesen Arbeiten wird unmissverständlich sichtbar, dass die Zwickauer Künstlerin eine engagierte Tierschützerin und auch Mitglied im Zwickauer Tierschutzbund und seit 2006 im Deutschen Tierschutzbund ist. Ihre eindringlich empfundenen Arbeiten sind seit 1985 in zahlreichen Einzelausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen im In- und Ausland zu sehen. (fp)

Die Vernissage beginnt am Montag um 19Uhr im Fischmarkt Scheibner, Markt 36 in Werdau. Die einführenden Worte zur Ausstellung spricht Kunstwissenschaftler Siegfried Wagner. Musikalisch wird die Eröffnung von Matthias Schmidt aus Crimmitschau begleitet.

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