Zwei Jahre Bewährung nach Hitlergruß

Nach Anschlag auf Bürgerbüro der Partei Bündnis 90/Die Grünen in Zwickau ist Urteil gegen 43-Jährigen gefallen

Zwickau.

Ein mehrfach vorbestrafter 43-jähriger Mann aus Plauen hatte am 11. Juni unter anderem vor dem Bürgerbüro der Landtagsabgeordneten Kathleen Kuhfuß und Gerhard Liebscher (Bündnis 90/Die Grünen) in Zwickau den Hitlergruß gezeigt. Neben verbalen Attacken gegen die anwesende Mitarbeiterin spuckte und schlug der Mann gegen die Scheibe des Büros.

Am Freitag wurde er am Zwickauer Amtsgericht zu vier Monaten Haft verurteilt. Die Strafe wurde auf zwei Jahre Bewährung ausgesetzt.

Gerhard Liebscher sagte: "Für mich steht fest, dass es sich bei dem Übergriff auf unser Bürgerbüro um eine politisch motivierte Straftat handelt. Der Anschlag steht in einer Reihe zunehmender Gewalt und Drohungen gegen politisch engagierte Menschen in Zwickau. Die Liste ist lang, und so zeichnen Hetzkommentare in den sozialen Medien, körperliche Angriffe auf Zwickauer Fridays-for-future-Aktivisten und Bedrohungen gegenüber der Zwickauer Oberbürgermeisterin sowie Stadträten ein Bild der Verrohung und des offenen Hasses gegen jene, die Verantwortung übernehmen." Und Kathleen Kuhfuß sagte nach der Urteilsverkündung: "Ich bin erleichtert, dass meiner Mitarbeiterin bei dem Angriff nichts passiert ist. Sie hat besonnen gehandelt und sofort die Polizei informiert." (ja)

Im MDR-Magazin "exakt" wurde am Mittwoch über Bedrohungen gegen Engagierte in Zwickau berichtet. Der Beitrag kann in der Mediathek abgerufen werden.

0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.