13. Schumann-Gala sorgt für ergreifendes Gefühl

Ein Festkonzert von 1888 bildete die Grundlage für die Veranstaltung in der Lukaskirche. Die Begeisterung war riesig.

Zwickau.

Mit Bravorufen, einem entzückten "O mein Gott!"-Aufstöhnen und lang anhaltendem Beifall mit Händen und Füßen zeigte das Publikum in der voll besetzten Zwickauer Lukaskirche am Samstagabend seine Begeisterung für die 13.Schumann-Gala. Die stand ganz im Zeichen des Clara-Schumann-Festkonzerts vom 26. Oktober 1888. Clara Schumann war damals 69 Jahre alt und feierte mit diesem Konzert ihr 60-jähriges Bühnenjubiläum. Gespielt hatte sie dabei das Klavierkonzert a-moll ihres 32 Jahre zuvor (am 29. Juli 1856) verstorbenen Mannes Robert Schumann.

Einen Tag nach ihrem 200. Geburtstag wurde das besagte Festkonzert programmgetreu in der Lukaskirche nachgespielt - unter der musikalischen Leitung von Generalmusikdirektor Leo Siberski; mit dem Philharmonischen Orchester Plauen-Zwickau, Schülern der PhilKon-Akademie, dem Kammerchor der Westsächsischen Hochschule (Einstudierung und Leitung: Ulf Firke) und Solistin Annika Treutler.

Die 29-jährige Pianistin übernahm am Steinway-Flügel den Part von Clara Schumann. Nach ihrem bravourösen Auftritt verriet sie, dass ihr beim Spielen ganz viele Gedanken durch den Kopf kreisten. "Ich war total berührt und von Glück und Ehrfurcht erfüllt, in dieser wunderschönen Kirche dem Geiste von Clara und Robert Schumann so nah wie vielleicht noch nie sein zu können. Dieses ergreifende Gefühl hatte ich schon am Freitag, an Claras 200.Geburtstag im Robert-Schumann-Haus", sagte die Pianistin, die aus einer Musikerfamilie stammt und im Alter von vier Jahren mit dem Klavierunterricht begonnen hatte. Mit Schumanns Klavierkonzert debütierte Annika Treutler 2010 als 20-Jährige mit dem Deutschen Sinfonie-Orchester Berlin im Großen Saal der Berliner Philharmonie. Sie liebe Schumann und das Konzert, das seit zehn Jahren ein großer Bestandteil ihres Konzertlebens sei, sagte die Pianistin, die vom Leiter des Robert-Schumann-Hauses, Thomas Synofzik, persönlich zu ihrem Auftritt beglückwünscht wurde. Voll Lobes war auch der neue Vorsitzende der Frankfurter Robert-Schumann-Gesellschaft, Edgar Wallach, der auf Einladung der Zwickauer Schwestergesellschaft zu dem Festkonzert nach Zwickau gekommen war. Besonders unterstrich er die Leidenschaft und die Frische, mit der die junge Virtuosin das Schumannsche Konzert interpretierte. "Ich muss sagen, es war ein ganz wunderbares Programm, das von allen mit großer Leidenschaft präsentiert wurde", sagte er. Eine "ganz große Entdeckung" waren für ihn persönlich die Schumannlieder, die vom WHZ-Kammerchor vorgetragen wurden. "Es war großartig. Die Chorstimmen sind ganz wunderbar aufeinander abgestimmt. Man hört so etwas nur noch ganz, ganz selten", sagte Wallach. Dem pflichtete auch Clara Schumanns Ur-Großnichte, Claudia Lanfer, bei, die zu den 200-Jahr-Feierlichkeiten aus Trier nach Zwickau gekommen war. Ihre Schwester Aenne Ohnesorg kam aus München. Claudia Lanfer, selbst studierte Musikerin, entdeckte für sich nicht nur Schumanns Romanzen und Balladen für den gemischten Chor, sondern hörte zum ersten Mal den Marsch aus der Feder ihrer Ur-Großtante.

Gerd Nauhaus, Ehrenmitglied und langjähriger Ehrenvorsitzende der Zwickauer Robert-Schumann-Gesellschaft, sagte: "Als wir 2007 die erste Schumann-Gala aus der Taufe hoben, haben wir uns damals nicht träumen können, dass wir jetzt die 13. Schumann-Gala mit Original-Programmen präsentieren würden. Und ich darf verraten: Bei diesem großen Zuspruch, haben wir schon die Idee für die 14. Auflage, die heute allerdings noch nicht verraten wird."

Zum Abschluss erklang Schumanns Sinfonie Nr.2 C-Dur op. 61 aus den Jahren 1845/46.

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