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1500 Menschen auf Demo-Zug durch Zwickau

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Ein rechtes Bündnis hat am Sonntag auf den Hauptmarkt gerufen. Wichtigste Themen waren die Arbeit der Bundesregierung und die Situation auf dem Energiemarkt.

Zwickau.

Sie zogen mit Trommeln, Tröten und Pfeifen los: Etwa 1500 Leute haben sich am Sonntag auf den Weg durch die Zwickauer Innenstadt gemacht. Der Marsch war organisiert worden vom Volksstimme-Bürgerbündnis und von den "Freien Sachsen". Zuvor und anschließend fand auf dem Hauptmarkt eine Demonstration mit Redebeiträgen statt, bei denen jedoch deutlich weniger Menschen zugegen waren. Nach Schätzungen der Polizei haben den ersten Teil etwa 500 Leute gehört, den zweiten noch weniger. Angemeldet waren 2500 Menschen.

Zu den Rednern gehörte Jörg Reichenbach vom AfD-Kreisverband, der sich als Privatmann ans Mikrofon stellte. Ebenso zu Wort meldeten sich Andreas Hofmann und der erzgebirgische NPD-Politiker Stefan Hartung, die beide für die "Freien Sachsen" sprachen. Diese Vereinigung steht als rechtsextremistische Organisation unter Beobachtung des Verfassungsschutzes. Ihre Themen waren vor allem der Missfallen an der Arbeit der Bundesregierung. Außerdem nahm die Situation auf dem Energiemarkt breiten Raum ein. Unter anderem warnte Hofmann vor einem "grünen Schrumpfen" und die Gefahr einer "Öko-Diktatur" in Deutschland. Nicht alle Argumente waren dabei belastbar - so war die Rede von einem Anteil an Erneuerbaren Energien in Deutschland von nur sieben Prozent, während das Umweltbundesamt einen Anteil von 49 Prozent ausweist.

Während seine Vorredner davor warnten, dass die Energiepreise für Privatleute und Unternehmen ins Unermessliche steigen könnten, kritisierte Stefan Hartung nach dem Marsch durch die Stadt den beschlossenen Preisdeckel. Er warnte davor, dass im Winter die Gasversorgung rationiert werden könnte und die Menschen damit frieren müssten, ohne dass sie etwas dagegen tun könnten.

Der Umzug am Nachmittag wurde wegen des Regens deutlich verkürzt. Auf Schildern, die zuvor ausgegeben wurden, standen Forderungen wie der Austritt aus dem der Nato, Frieden mit Russland oder auch "Habeck verhaften". Der Marsch verlief friedlich - bis auf eine kleine Szene der Empörung. Nach Aussagen von Polizei-Einsatzleiter Kay Voigt sei eine Gruppe von Trommlern darum gebeten worden, ihre gleich aussehenden Westen auszuziehen, um dem Uniformverbot gerecht zu werden. Das taten auch fast alle, jedoch regte sich im Zug Protest, indem die Beamten umstellt und ausgepfiffen wurden.

Eine Gegendemo am Schumanndenkmal konnte nicht viele Begleiter für sich gewinnen. Genau 14 Menschen haben sich hinter Bannern, die sich gegen Faschismus aussprachen, zusammengefunden.

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