160 Nachwuchssportler teilen sich zwei Duschen

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Beim SV Planitz wird Jugendarbeit großgeschrieben. Doch die Umstände in der Südkampfbahn sind widrig.

Zwickau.

An den Wochenenden herrscht auf der traditionsreichen Südkampfbahn in Zwickau-Planitz normalerweise Hochbetrieb. Richtig eng wird es jedoch erst in den Umkleiden und Duschen. "Uns stehen lediglich zwei Umkleideräume und zwei Duschen zur Verfügung", sagt der Vorsitzende des SV Planitz Lutz Brunner. Dazu kommt ein Toilettencontainer etwa 100 Meter vom Sozialgebäude entfernt. Alles andere als ideale Bedingungen.

In den letzten Jahren hat sich der Verein stark in der Nachwuchsarbeit engagiert. Etwa 160 Kinder- und Jugendliche treiben im Verein Sport. Mit 13 Nachwuchsmannschaften ist der SV Planitz inzwischen der drittgrößte Sportverein der Stadt. Inzwischen gibt es auch eine Mädchenmannschaft. "Da müssen wir darauf achten, dass sich Mädchen und Jungen beim Duschen nicht in die Quere kommen", sagt Brunner. Zudem hat das Sozialgebäude seine beste Zeit lange hinter sich. Schimmel und Salpeter greifen nach den Räumen. Auch weist das Gebäude selbst bauliche Mängel auf. "Wir haben in den letzten Jahren schon vieles in Eigenleistung wieder in Ordnung gebracht", sagt Brunner. Wegen des gesamten Zustandes sei man damit jedoch inzwischen an seine Grenzen geraten. 2019 sei die damalige Oberbürgermeisterin Pia Findeiß (SPD) schon mal vor Ort gewesen. Sie habe eine Prüfung und eine Vorkalkulation in Aussicht gestellt. Passiert sei jedoch nichts.

Jetzt hat das Thema den Stadtrat beschäftigt. Die AfD-Fraktion hatte bereits im Oktober 2020 mittels eines Antrages die Sanierung oder einen Neubau des Sozialgebäudes durchsetzen wollen. Fraktionschef Wolfgang Elsel, selbst langjähriges Vereinsmitglied, erwartet vor allem von der Stadt mehr Engagement. "Die Südkampfbahn befindet sich in kommunalem Besitz", sagt er. Um die Arbeit mit dem sportlichen Nachwuchs nicht zu gefährden, sei dringendes Handeln erforderlich.

Im Finanzausschuss konnte sich die AfD mit ihrem ursprünglichen Antrag nicht durchsetzen. Er wurde abgespeckt. Jetzt soll die Verwaltung zunächst prüfen, in welchem Umfang eine Sanierung der Umkleiden und Waschräume der Südkampfbahn erforderlich ist. Geprüft werden soll auch, ob zusätzliche Räume durch einen Erweiterungsbau oder das Aufstellen von Containern geschaffen werden können. Im Juni soll das Ergebnis inklusive einer Kostenschätzung vorliegen.

Ob für das Sozialgebäude an der Südkampfbahn eine schnelle Lösung gefunden werden kann, ist angesichts der Haushaltssituation offen. Selbst wenn die Verwaltung feststellt, dass eine Sanierung nötig wäre, ist für das Bauvorhaben nicht automatisch das nötige Geld vorhanden. Die städtischen Kassen sind klamm. CDU-Stadtrat Michael Luther erklärt das weitere Vorgehen. "Es gibt viele Dinge, die wünschenswert sind. Aus denen müssen wir dann eine Prioritätenliste erstellen."

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