43 Millionen Euro für Breitband-Bau

An vielen Orten im Kreis soll das Netz bis 2023 deutlich schneller werden. Neben Privatanschlüssen profitieren auch 72 Schulen und vier Krankenhäuser.

Zwickau.

Die großen Erwartungen, die das Breitband-Projekt des Landkreises Zwickau begleitet haben, sind zumindest im Umfang erfüllt worden. Wie das sächsische Wirtschaftsministerium am Donnerstag mitteilte, ist der Freistaat bereit, seinen Anteil an den Ausbaukosten zu übernehmen. Demnach wird das Gesamtprojekt 43 Millionen Euro kosten. Dresden steuert 17 Millionen Euro bei, der Bund 21. Von dem Geld sollen bislang unterversorgte Anschlüsse Bandbreiten von mindestens einem Gigabit pro Sekunde bekommen. Entsprechende Anschlüsse sind in 28 der 33 Kommunen im Landkreis Zwickau vorgesehen. Neben Privathaushalten profitieren 72 Schulen, vier Krankenhäuser und 63 Unternehmen von der Maßnahme. Ob das Vorhaben aber tatsächlich gelingt, ist noch offen.

Es hängt davon ab, ob sich ein Anbieter findet, der den Ausbau in dieser Größenordnung durchführen will. Denn bisher sind die Anschlüsse nur deshalb unterversorgt, weil Telekommunikationsanbieter es nicht für wirtschaftlich gehalten haben, dort nachzurüsten. Teils hatten sich Kommunen einzeln darum bemüht, dass ihre sogenannten weißen Flecken mit besserem Netz versorgt werden, auch Geld war da, nur fand sich kein Unternehmen, dass dort für den aufgerufenen Preis tätig werden wollte. Die Kreisstadt Zwickau zum Beispiel musste aus diesem Grund eine Ausschreibung wieder aufheben.

Der Landkreis verfolgt nun das Ziel, alle Vorhaben in den Kommunen gesammelt für 43 Millionen Euro auszuschreiben. Man hofft, damit den Firmen ein lukrativeres Geschäft anbieten zu können. Ob sich das bewahrheitet, muss sich erst zeigen. Laut Wirtschaftsministerium wird der Auftrag europaweit ausgeschrieben. Die Anzahl der infrage kommenden Unternehmen ist aber im Wesentlichen auf die bekannten Telekommunikationsanbieter begrenzt, die bisher bei den kleineren Teilprojekten abgewinkt hatten.

Unterversorgte Anschlüsse, die bislang weniger als 30 Mbit pro Sekunde aufweisen, können nur dann mit Hilfen der öffentlichen Hand aufgerüstet werden, wenn Telekommunikationsanbieter diese nicht selbst ausbauen wollen. In der Regel, wenn die Arbeiten wegen schwierigen Terrains sehr teuer werden oder wenn es sich um abgeschiedene Gebiete handelt.

Der Netzausbau bis 2023 wäre auch deshalb notwendig, weil gerade in der Coronakrise offenkundig wird, wie sehr die Gesellschaft und Arbeitswelt in Notlagen auf die Digitalisierung angewiesen sind. Staatssekretärin Ines Fröhlich (SPD) sagt: "Ein leistungsfähiges Breitbandnetz ist Voraussetzung dafür, dass unsere Bürgerinnen und Bürger sowie unsere Unternehmen die Chancen der Digitalisierung nutzen können."


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