60-Jährige erlebt ein völlig neues Fahrgefühl

Von Freitag bis Sonntag wurde in Friedrichsgrün Parkfest gefeiert. Publikumsliebling war dabei die Parkeisenbahn.

Friedrichsgrün.

Ganz im Zeichen der Parkeisenbahn stand am Wochenende für viele Besucher das Friedrichsgrüner Parkfest. Und das nicht nur, weil das Wahrzeichen sein 60-jähriges Bestehen feiert. Viele Neugierige waren gekommen, um sich selbst einen Eindruck vom neuen Fahrgefühl auf den komplett sanierten Gleisen zu machen.

Swen Gerhart aus Zwickau empfand das Ergebnis der Arbeiten als gelungen. Er spricht aus Erfahrung, denn als Kind ist er selbst mit der Bahn gefahren und kommt inzwischen regelmäßig mit seinen Kindern zum Fest. "Mit der Parkeisenbahn ein paar Runden zu drehen, ist für uns Pflicht. Auf den neuen Gleisen fährt es deutlich ruhiger. Trotzdem ruckelt es immer noch ein wenig, was einfach dazugehört und den Charme der Bahn ausmacht", schätzte er ein. Diesen Eindruck konnte Denny Jaehn, Leiter der Arbeitsgemeinschaft Parkeisenbahn Friedrichsgrün, bestätigen. "Im Vergleich zu vorher ist es ein Unterschied wie Tag und Nacht. Das Ganze ist fast schon wie Straßenbahnfahren. Wir freuen uns, dass die Gemeinde diese Sanierung ermöglicht hat", so der 24-Jährige.

Nicht nur die Gleisanlage wurde einer Frischekur unterzogen, auch ein neues Kassenhäuschen ziert jetzt den Haltepunkt. Die Anlage soll weiter aufgehübscht werden. Jaehn: "2020 wird unser Lokschuppen neu gebaut. Er reicht dann über die Gleise. Diesen überdachten Abschnitt möchten wir optisch so gestalten, dass er ein wenig vom Flair des Inneren eines Bergwerkes ausstrahlt." Die kürzlich erfolgte Sanierung der Gleisanlage ist nicht die erste größere Maßnahme zum Erhalt und zur Verschönerung des Kleinodes. Als vor zehn Jahren der 50. der alten Dame gefeiert wurde, macht ihr die Gemeinde Reinsdorf ein Geschenk in Form eines neuen Bahnsteiges nach Vorbild der Deutschen Bahn. Jetzt wurden erneut rund 80.000 Euro investiert. Dabei konnte sich die Kommune über eine beachtliche Spendenbereitschaft von Einwohnern und Firmen freuen, die das Vorhaben mit einem fünfstelligen Betrag unterstützt haben. Allein bis Mitte August steuerten 110 Spender mehr als 13.000 Euro für die Sanierung bei.

1959 wurde mit der damaligen Pioniereisenbahn innrhalb des Nationalen Aufbauwerkes in vielen freiwilligen Stunden ein technisches Kleinod erschaffen, das auf einem 130 Meter langen Rundkurs um den Hasenhügel kurvt. Bei den Wagen der Erstausstattung handelte es sich zunächst um fünf umgebaute Schachthunte. Die erwiesen sich aber als untauglich, weil sie infolge des geringen Achsstandes sehr entgleisungsfreudig waren. Ab 1992 wurden sie durch umgebaute Untertagepersonenwagen ersetzt.

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