Abschied nach mehr als 20 Jahren

Maritta Freitag nimmt heute ihren Hut. Die GGZ-Chefin geht in den Ruhestand. Erinnern wird man sich an sie als die Frau, die das neue Stadion baute.

Zwickau.

Sie musste gleich mit dem ganz großen Bahnhof klarkommen: Als Maritta Freitag vor fünf Jahren und einem Monat die Geschäftsführung der Gebäude- und Grundstücksgesellschaft Zwickau (GGZ) übernahm, stand gerade das Richtfest für das neue Sportbad an. "Solche großen Veranstaltungen liegen den einen Leuten mehr, den anderen weniger", sagt sie. Und fügt an: "Ich gehöre wohl eher zu den anderen." Dennoch hat sie in den vergangenen fünf Jahren noch mehrere große Auftritte gemeistert.

Das konnte nicht ausbleiben, denn die GGZ hatte den Auftrag bekommen, in Eckersbach ein neues Stadion zu bauen. "Einen gesellschaftlichen Auftrag" nennt das die 61-Jährige. Und eine außergewöhnliche Aufgabe. "Wahrscheinlich sind wir die einzige Wohnungsgesellschaft in Deutschland, die zwei so große Sporteinrichtungen betreut", sagt sie. Dabei ist das zwar keine kleine Aufgabe - aber nicht die wichtigste der GGZ. Maritta Freitag nennt als die Kernkompetenz des Unternehmens die Betreuung der Mieter. Deren Bild reicht vom im Schnitt mehr als 60-jährigen Bewohner der Neubaugebiete bis hin zu jungen Familien, die die GGZ gern als Mieter gewinnen möchte. Dazu hat das Unternehmen an der Pechsteinstraße einen großen Neubau veranlasst sowie weitere Grund- stücke in der Nordvorstadt gekauft. Auch in der Bahnhofsvorstadt will die GGZ aktiv werden. Allerdings wird man den dortigen Neubau dann mit ihrem Nachfolger in Verbindung bringen.

Maritta Freitag, die heute offiziell verabschiedet wird, hat mit der GGZ aber weit mehr erlebt als den Bau dieser Sportstätten. 1995 ist sie bei der GGZ eingestiegen. Zuvor war sie Hauptbuchhalterin und hat nach der Wende ein Steuerbüro geleitet. Innerhalb der GGZ hat sie spannende Zeiten erlebt. Unter anderem war sie an den Vorbereitungen zum Wohnungsverkauf an die Gagfah beteiligt. "Das waren Tische voller Ordner", erinnert sie sich. Die viele Arbeit habe sich gelohnt - zumal sie rechtzeitig fertig wurden. "Ein paar Tage später ist die Immobilienblase in den USA geplatzt." Ob der Verkauf für die Stadt gut war? "Sicher war er gut für die Stadt. Im Nachgang betrachtet, war das Geld jedoch schon sehr schnell verplant." Sie weist aber auch darauf hin, dass die GGZ kaum in der Lage gewesen wäre, sämtliche Wohnungen und Gebäude zu sanieren. So gesehen hat ihr die Gagfah schon eine Last abgenommen.

Die Sanierung von Wohnungen ist noch immer eine aktuelle Auf- gabe. Auch für dieses Jahr plant das Unternehmen, einen Teil seines Bestandes zu modernisieren. Ohne Um- und Neubauten bleibe man nicht attraktiv.

Deswegen ist es ihr wichtig zu sagen, dass die GGZ das Gebäude an der Keplerstraße umgebaut hat, in dem jetzt auch ein Fraunhofer-Anwendungszentrum untergebracht ist. "Damit haben wir ein Signal gegeben - für Zwickau als eine Stadt der Forschung." Wie es damit weitergeht und wie der von ihr mit angeschobene Neubau des Firmensitzes vorankommt: Maritta Freitag wird es gespannt verfolgen. "Das kann man nicht so ohne Weiteres hinter sich lassen", sagt sie.

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