Abstrampeln für den Landkreis

Wahlen 2019: 568 Kandidaten bewerben sich um die 98 Sitze im Zwickauer Kreistag. Acht Parteien und die Freien Wähler stehen am 26. Mai zur Wahl.

Zwickau.

Am 26. Mai wird auch ein neuer Kreistag gewählt. Über das Gremium, das wieder aus 98 Räten bestehen wird, entscheiden etwa 272.000 Wahlberechtigte im Landkreis Zwickau. Dessen Territorium wurde in 14 Wahlkreise untergliedert. Insgesamt gibt 266 Urnenwahllokale, von den 187 barrierefrei erreichbar sind. Neun Parteien und Wählergruppierungen, eine mehr als 2014, bemühen sich um Mandate für den Kreistag. Insgesamt wurden 568 Bewerber zur Wahl zugelassen, das sind 100 mehr als zur Kreistagswahl 2014. Hier ihre Schwerpunkte.

CDU: Mit 146 Bewerbern schicken die Christdemokraten die meisten Kandidaten ins Rennen. Kreisvorsitzender Marco Wanderwitz gab als Ziel aus, wieder stärkste Fraktion zu werden. Wesentlich für die CDU sei es, Zwickau als wirtschaftsstärksten Landkreis zu erhalten. Das bedeute aber auch, den Menschen eine lebenswerte Heimat zu bieten. Dazu zählt Wanderwitz unter anderem bezahlbare Mieten und preiswertes Bauland. Die Stadtzentren und Ortskerne in Westsachsen müssten gestärkt sowie moderne Kitas mit vielfältigen Bildungskonzepten geschaffen werden.


Die Linke: Für die Partei kandieren 78 Frauen und Männer. Das Ergebnis von 2014 (19,6 Prozent) soll wenn möglich verbessert werden. Schwerpunkt bleibe das soziale und solidarische Miteinander, wie Fraktionschef Jürgen Blume sagte. Die Partei spricht sich klar gegen soziale Ausgrenzung aus. Die Linke macht sich für die Umsetzung der Sozialplanungen und die Ausstattung mit Fachkräften in der Kinder- und Jugendhilfe stark. Auch die Bürgerfreundlichkeit der Landkreisverwaltung gelte es zu verbessern.

SPD: 69 Kandidaten wollen für die Sozialdemokraten in den Kreistag einziehen. Zeil sei es, erneut die aktuelle Fraktionsstärke von zehn Räten zu erreichen, sagte Fraktionschef Andreas Weigel. Schwerpunkte setzen die Genossen auf ein Stärkung der Schulsozialarbeit und der Jugendhilfe. Zudem solle eine starke Wirtschaft Fachkräfte sichern und für gute Löhne sorgen. Auch müsse dem Bau von Radwegen eine höhere Priorität eingeräumt werden. Darüber hinaus sollte die Suchtprävention besser unterstützt werden.

FDP: Die Freien Demokraten konnten 77 Bewerber für ihre Liste gewinnen. Sie wollen diesmal wieder eine eigene Fraktion bilden können, also mindestens fünf Kreisräte stellen - zuletzt gelang das nicht. Die FDP will in einem Zehn-Punkte-Programm die Region langfristig lebensfähiger und leistungsfähiger machen. Wie FDP-Kreischef Nico Tippelt sagte, steht seine Partei vor allem für wirtschaftliche Kompetenz und finanzpolitischen Sachverstand. Auch die Zusammenarbeit mit der Hochschule müsse ausgebaut werden. Außerdem plädiert die FDP für ein kostenloses Schülerticket und setzt dabei auf einen effizienten, flexiblen und kostengünstig organisierten Nahverkehr.

Freie Wähler: Mit 71 Kandidaten treten die Freien Wähler an. Wie Geschäftsführer Bernd Gerber sagte, werden 14 Sitze angestrebt. Seine Wählervereinigung stehe für eine parteiunabhängige Sacharbeit vor Ort, ohne Ideologien und Weisungen von oben. Die Schlagworte heißen Bürgernähe, Zuverlässigkeit und direkter Dialog mit den Menschen. Außerdem trete man für einen soliden Kreishaushalt mit niedriger Kreisumlage ein.

Bündnis 90/Grüne: 37 Kandidaten bewerben sich für die Partei. Sie streben eine eigene Fraktion am. Im Kreistag wollen sich die Grünen dafür einsetzen, dass Natur- und Umweltschutzbelange bei Investitionen vorrangig berücksichtigt werden. Das gelte vor allem für den Neubau von Straßen, wie Kreischef Thomas Doye sagte. Zudem brauche der Landkreis dringend Fahrradwege, nicht nur in den Innenstädten, sondern auch als Verbindung zwischen den Städten und Gemeinden. Auch macht sich die Partei für einen attraktiven Nahverkehr, der alle Orte miteinander verbindet, stark.

AfD: 63 Bewerber wollen für die Alternative für Deutschland in den Kreistag einziehen. Die Partei hofft, dass es bis zu 33 schaffen. Die AfD hat sich die Stärkung der Familien auf die Fahnen geschrieben. Es ergebe keinen Sinn, die Zukunft zu beschwören und den Familien immer neue Lasten aufzuerlegen, heißt es. Eltern sollen von den Gebühren für Kindergarten und Hort entlastet werden. Auch sollten Kosten eingespart werden: etwa die für die Anmietung eines Grundstückes in Reinsdorf als Ersatzfläche für eine möglicherweise nötige Asylbewerberunterkunft.

Außerdem treten zur Wahl die NPD (14 Bewerber) und die AfD-Rechtsabspaltung AdPM (13) mit dem früheren AfD-Bundestagskandidaten Benjamin Przybylla an.

Statistisches: Seit 2014 wurden 22 Sitzungen des Kreistages abgehalten. Dazu kamen 131 Ausschusssitzungen. Insgesamt wurden 472 Beschlüsse gefasst. Sieben Kreisräte sind vorzeitig ausgeschieden.

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