Ärger um Gewandhaus-Baustelle in Zwickau: Amtsleiter muss gehen

Zwickau (dpa/sn) - Als Konsequenz aus dem Debakel bei der Sanierung des Zwickauer Gewandhauses hat der Stadtrat den Leiter des städtischen Hochbauamtes, Mirko Richtsteiger, abberufen. Die Entscheidung fiel am Donnerstagabend in nicht-öffentlicher Sitzung, wie die Deutsche Presse-Agentur aus Stadtratskreisen erfuhr. Die Kündigung erfolgt demnach mit Wirkung Ende September, bis dahin bleibt Richtsteiger freigestellt. Er hatte für diesen Fall bereits vorher juristische Schritte angedroht.

Ursprünglich sollte das Theaterhaus bereits Ende 2017 saniert sein, pünktlich zum 900-jährigen Stadtjubiläum in diesem Jahr. Doch das Projekt lag gleich zwei Mal für mehrere Monate auf Eis. Nun soll das Theater voraussichtlich im Frühjahr 2020 wieder in das 500 Jahre alte Denkmal einziehen können.

Erst vor knapp zwei Wochen war bekannt geworden, dass sich die Stadt und der geschasste Architekt Sebastian Thaut außergerichtlich geeinigt hatten. Damit ist zumindest ein langwieriger Gerichtsstreit nach dem Rausschmiss Thauts im vergangenen Herbst abgewendet.

Zwickau hatte den Architekten öffentlich für den Zeitverzug verantwortlich gemacht. Der hatte die Vorwürfe zurückgewiesen und seinerseits der Verwaltung als Bauherrin schwere Fehler zur Last gelegt. Ein eigens einberufener Stadtratsausschuss wies der Stadt und Amtsleiter Richtsteiger eine erhebliche Mitschuld an dem Debakel zu. Als Konsequenz empfahlen die Stadträte seine Entlassung. Zeitnah soll nun auch der ebenfalls umstrittene Projektsteuerer gehen.

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