AfD-Fraktion sieht Plakate des Kreisverbandes kritisch

Wahlen 2019: Im Westen des Landkreises plakatiert die AfD mit dem Slogan: "Wer Löffler wählt, wählt Merkel!" Die Crimmitschauer Parteikollegen gehen dazu auf Distanz.

Zwickau/Crimmitschau.

Der neue Crimmitschauer AfD-Fraktionschef Heiko Gumprecht hat ein Problem mit den Wahlplakaten seiner eigenen Partei. Im Landtagswahlkreis 6 (Zwickau 2), der sich über Werdau, Crimmitschau und den Zwickauer Stadtwesten erstreckt, plakatiert die AfD mit dem Wahlspruch: "Wer Löffler wählt, wählt Merkel!" Eine unnötige Aktion gegen Mandatsinhaber Jan Löffler (CDU), findet Gumprecht und hat Löffler mitgeteilt, das nicht zu unterstützen. Die Fraktion im Crimmitschauer Stadtrat distanziere sich von der Aufschrift, schrieb Gumprecht in einer Textnachricht an Löffler. "Wir stehen für einen sachlichen und fairen Wahlkampf."

Gumprecht bestätigt das am frühen Donnerstagnachmittag am Telefon der "Freien Presse" gegenüber. "Wir haben uns von diesem persönlichen Angriff unter der Gürtellinie distanziert", sagt Gumprecht. "Wir pflegen ein gutes Verhältnis zu Konkurrenten und wollen einen fairen Wahlkampf." Die Plakate würden auf den Kreisverband Zwickau zurückgehen, über den Gumprecht sagt, er würde dort mit seiner Haltung anecken. "Aber ich glaube fest daran, dass sich in der AfD das Gute durchsetzt."


Jan Löffler sagt über die Kampagne: "Das ist schlechter Stil. Man macht Wahlkampf für sich und nicht gegen andere." Inhaltlich sei der Verweis auf Angela Merkel zudem falsch, da es sich schließlich um eine Landtagswahl handle. "Trotzdem: Wir haben Frau Merkel viel zu verdanken", sagt er. "Sie hat auch Fehler gemacht, aber es gibt Schlimmere, mit denen man in Zusammenhang gebracht werden könnte." Dass Gumprecht sich entschuldigt habe, bezeichnet Löffler als "große Geste".

Kopfschütteln lösen die Plakate auch bei Leon Köhler (FDP) aus, der ebenfalls im Wahlkreis 6 als Direktkandidat antritt. "Diese billige Hetzkampagne ist beschämend", sagt er. Stil und Anstand müssten auch im Wahlkampf gewahrt bleiben.

Im Wahlkreis 7 (Zwickau 3) sind ebenfalls entsprechende AfD-Plakate aufgetaucht, die sich gegen Mandatsinhaber Gerald Otto (CDU) wenden. Otto sagt dazu: "Zu so billigen Wahlkampfmitteln sollte man nicht greifen. Aber wenigstens wird das auch innerhalb der AfD kritisch gesehen."

Der AfD-Kreisverband gibt am Donnerstag keine Stellungnahme ab. Dafür meldet sich Gumprecht 17 Uhr erneut, diesmal per Mail, und relativiert seine Aussagen. Er finde die Plakate "eher unglücklich", da Löffler viel für Crimmitschau getan habe. Im Kommunalwahlkampf hätten "wir" eine solche Aussage nicht plakatiert, sagt Gumprecht. "Ganz anders im aktuellen Landtagswahlkampf." Und auch einen "persönlichen Angriff" auf Löffler, von dem er zunächst sprach, mag Gumprecht nun nicht mehr erkennen. Sein Kreisverbandschef Wolfram Keil tritt in Zwickau bei der Landtagswahl gegen Gerald Otto an, Löfflers AfD-Konkurrent ist der Zwickauer Christopher Hahn.

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