AfD-Kreischefin tritt zurück

Janin Klatt-Eberle hat ihren Posten überraschend zur Verfügung gestellt. Sie soll den Rückhalt in der Partei verloren haben.

Zwickau.

Die Vorsitzende des Zwickauer Kreisverbandes der AfD, Janin Klatt-Eberle, hat am Montagabend während einer Sitzung des Vorstandes ihr Amt mit sofortiger Wirkung niedergelegt. "Es ist für mich eine rote Linie der Aufrichtigkeit überschritten", sagte sie.

Darüber hinaus wollte sie sich am Dienstag zunächst nicht zu den Hintergründen ihrer Entscheidung äußern. AfD-intern wird darüber diskutiert, dass Klatt-Eberle, die den Vorsitz erst Ende Januar übernommen hatte, den Rückhalt in der Partei verloren habe. Dieser Darstellung von AfD-Mitgliedern widersprach Klatt-Eberle einen Tag später allerdings, sie verweist auf entsprechende Reaktionen nach ihrem Rücktritt, die sie erreicht haben. Erst jetzt lieferte sie eine Begründung: Sie habe mit diesem Schritt den Weg für Neuwahlen freimachen wollen, um speziell mit Blick auf die Wahlen im kommenden Jahr einen "rechtssicheren Zustand zu schaffen". "Ich habe die anderen Vorstandsmitglieder aufgefordert, es mir gleich zu machen", sagte sie.

Kommissarisch hat nun der bisherige Stellvertreter Stefan Frünke den Vorsitz der Kreis-AfD übernommen. "Für uns Vorstandskollegen kam der Rücktritt überraschend", sagte er. Auf die Frage, ob er für den Schritt Klatt-Eberles Verständnis habe, antworte Frünke ausweichend. "Meinungsverschiedenheiten gibt es immer, wenn mehrere engagierte Menschen um den richtigen Weg zu einem Ziel ringen".

Wahrscheinlich im Dezember soll auf einem Parteitag ein neuer Vorsitzender gewählt werden. Die Zeit sollte man nutzen, um die Probleme, die sich in der Kreis-AfD aufgetürmt haben zu lösen, forderte der frühere Vorsitzende Sven Itzek. Vor allem müsse die zerstrittene Partei wieder vereint werden.

Derzeit dürfte sich jedoch hauptsächlich das Kandidatenkarussell drehen. Bisher allerdings hat sich noch niemand aus der Deckung gewagt. Martin Schöpf, der noch im Januar gegen Klatt-Eberle angetreten war, steht nach Informationen der "Freien Presse" nicht mehr zur Verfügung. Auch Stefan Frünke ließ eine Kandidatur offen. "Nominierungen sind immer Kollektiventscheidungen", sagte er. Ob sich Benjamin Przybylla bewirbt, ist bisher nicht bekannt. Zur Bundestagswahl 2017 hatte der Kreisverband seinem umstrittenen Direktkandidaten kurz vor der Wahl das Vertrauen entzogen. Przybylla war für eine Nachfrage am Mittwoch nicht erreichbar.

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