Aktivist a.D. - Tassos Provokation zur Einheitsfeier

Der Meeraner Künstler arbeitet sich mit seiner neuen Arbeit an vielen Zeitgenossen ab.

Zwickau/Meerane.

Provokation zum Einheitsjubiläum - so will der Meeraner Streetart-Künstler Jens Tasso Müller sein neuestes Werk verstanden wissen, das am Samstag bei den Freunden Zwickauer Kunst vorgestellt worden ist.

Der Meeraner Künstler sieht das Werk mit dem Titel "Aktivist a.D." als Kommentar zu 30 Jahren Einheit, das sich sowohl den Träumen, Erwartungen als auch den Enttäuschungen und Befindlichkeiten des Vereinigungsprozesses widmet. Die Arbeit solle "sowohl DDR-Verherrlicher, Wendegegner, Linke und Rechte, Lokalpatrioten als auch Besserwessis und Parteigenossen provozieren".
 
Mit der Idee ging Tasso bereits seit drei Jahren schwanger, Anfang 2020 entstand das Bild dann binnen eines Monats. Jeder werde sich dem Bild anders nähern. Es solle mit dem Betrachter kommunizieren, so der Meeraner. Auf Leinwand mit Acryl und Lack Streetart reinpacken,

30 Jahre nach der Einheit fühlt sich der Künstler selbst wohl im vereinigten Deutschland. "Ich bin froh, dass ich heute reisen und eine Krawatte mi einem Totenkopf tragen kann. In der 7. Klasse musste ich meine Jacke mit Totenkopfmotiv abgeben und im November ohne Jacke nach Hause laufen", erinnert er sich, der in Jugendtagen selbst Fan von Punk und New Wave war. Was er Jugendlichen heute mit auf den Weg gibt? "Sie sollen ihre Jugend auskosten. Ich hab heute das Gefühl, dass einige schon mit 16 erwachsen sind. Ich finde das in Ordnung, aber ich fand es schöner, dass wir sehr lange kindisch waren. Und das steckt immer noch in mir." (rpk/roy)

55 Kommentare

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    ernstel1973
    04.10.2020

    Freigeist14:... in erster Linie ist das ein Bashing gegen äußerst unattraktive Männer - Menschen, die sich gehen lassen - als eine der vielen Gemeinsamkeiten zwischen Ost und West :))

    Das Bild wäre sicher auch ein Aufreger im Ruhrpott.

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    Freigeist14
    04.10.2020

    Kunst darf alles . Aber die Arbeitstasche mit Thermosflasche kann man auch als Schichtarbeiter-Bashing einordnen , der selbstverständlich rechts wählt . Früher wurde der Arbeiter in der Kunst überhöht . Und heute ......... ?

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    ernstel1973
    04.10.2020

    Malleo -... mit einer braunen Sicht, absolut.

    So offensichtlich einfach soll das Graffiti dann doch nicht zu deuten sein. Das ist ja gerade der Reiz...

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    Malleo
    04.10.2020

    Ernstel
    Ihr Patriot muss ein braunes Hemd tragen?

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    ernstel1973
    04.10.2020

    Wieder gut gelungen - Unterhemd, prollig, fehlt nur noch die Bierflasche in der Hand - dann ist das Bild eines typisch deutschen Patrioten perfekt.