Alte Adlige und junge Schlossbesucher

Früherer Bürgermeister Ortmanndorfs schlüpft zum Ortsjubiläum in Kostüm. Wildenfelser Jugendliche treffen Barbara Schöneberger im Bellevue-Garten. Für ballettliebende Sozialpädagogin geht ein Kindheitswunsch in Erfüllung.

Ritter Albertus de Ortwinsdorf und seine Frau Petra, alias Harry Sakschewski (65) und Ehefrau Petra (66) haben am Wochenende die Feierlichkeiten zum 800-jährigen Bestehen von Ortmannsdorf eröffnet. Sakschewski, vor der Eingemeindung in die Großgemeinde Mülsen 1999 der letzte Bürgermeister Ortmannsdorfs, und seine Frau hatten sich mithilfe des Kostümfundus des Theaters Plauen-Zwickau als Albertus de Ortwinsdorf und Gattin verkleidet. Der Adlige taucht in Urkunden von 1212 und 1219 auf und gab wohl dem Dorf den Namen.

Sakschewski bekannte, dass er unter der schweren Robe bei der tropischen Hitze ganz schön schwitzte, das aber gern für seine Ortmannsdorfer ertrage. Er kündigte an, dass die Straßen im Dorf wohl bald zum Unesco-Kulturerbe gehören werden und schob nach: "Dann könnt Ihr Euch aber den Neubau abschminken." Der ehemalige Dorf-Chef berichtete, dass das Fest alle seine Erwartungen übertroffen hat. "Ich habe den Eindruck, ganz Mülsen ist hier auf den Beinen", staunte er. (vim)


Elisa Olzmann (18) und Hanna Kögler (17) vom Wildenfelser Jugendbeirat haben einen aufregenden Tag im Schloss Bellevue in Berlin erlebt. "Nach einem Vernetzungstreffen der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung hatten wir eine Einladung zum großen Fest anlässlich des 25-jährigen Bestehens der Stiftung in den Sitz des Bundespräsidenten erhalten", berichtet Elisa Olzmann. Sie erzählt, dass beide mit dem Gummistiefelweitwurf, einer Disziplin der verrückten Landolympiade, die der Jugendbeirat mit großem Erfolg schon im Wildenfelser Ortsteil Wiesen veranstaltet hatte, vertreten waren.

Hanna Kögler sagt: "Es war ein unvergesslich schöner Nachmittag im Schloss Bellevue und sehr beeindruckend, welche tollen anderen Projekte Jugendliche aus ganz Deutschland dort vorgestellt haben. Wir konnten viele Anregungen für unsere Arbeit mitnehmen." Besonders toll fanden beide, dass sie bei der Veranstaltung die Moderatorin und Entertainerin Barbara Schöneberger, Botschafterin der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung, getroffen haben. "Sie ist eine tolle und witzige Person", sind sich die jungen Damen einig. (vim)


Ursula Kramer (71) und Michael Lißner (62) hatten zur 800-Jahr-Feier im Zwickauer Ortsteil Crossen nicht nur das Traditionszimmer im Rathaus geöffnet, sondern auch eine Ausstellung zusammengestellt. "Wir freuen uns, dass das Angebot so gut angenommen wird", sagte Ursula Kramer. "Da hat sich unsere Arbeit gelohnt." Und der Ortschronist Michael Lißner erzählt, dass er auf verschiedenen Dachböden im Dorf stöbern durfte, ehe die Kinder oder Enkel nach dem Tod ihrer Verwandten diese räumten. "Dabei habe ich viele interessante Fotos und Dokumente gefunden, die wir nun aufbewahren", sagt er. Zu sehen waren beispielsweise Fotos vom Schul- und Heimatfest 1953, auf dem sich einige Besucher wiedererkannten, aber auch ein Plakat vom musikalischen Frühschoppen 1959 im Bergarbeiterklubhaus und ein Relikt des Wismut-Tanzorchesters Crossen. (vim)


Cornelia Bublak (50) hat sich kurz vor ihrem runden Geburtstag einen Kindheitstraum erfüllen können. Die Zwickauer Sozialpädagogin, deren größte Leidenschaft Ballett ist, durfte bei den beiden "Clara tanzt"-Aufführungen in den Zwickauer Kunstsammlungen solistisch in Erscheinung treten. Als ihr die Choregrafin Ekaterina Tumanova zu Beginn der Arbeit ein Musikstück von Robert Schumann vorgespielt hatte und sagte "Das wird dein Solo", war sie überglücklich. "Das ist das allerschönste Geburtstagsgeschenk."

Ihr Solo tanzte sie sehr anmutig in Spitzenschuhen. Die Jubilarin besucht während ihres berufsbegleitenden Studiums in Dresden auch eine Ausbildung an der Palucca-Schule. "Ich bin jetzt im fünften Semester. Das Studium und das Tanzen beweisen mir jeden Tag aufs Neue, dass man nie zu alt fürs Träumen ist. Man braucht manchmal nur einen langen Atem." (lth)

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