Am Tiergehege soll es bald blühen

In Marienthal entsteht eine Schmetterlings-Streuobstwiese. Angeschoben wurde das Projekt am Krankenbett.

Zwickau.

Auf dem Feld zwischen Heinrich-Braun-Straße und Tiergehege in Marienthal steht jetzt ein Geheimrat, genauer gesagt Geheimrat Dr. Oldenburg. Nach dem Mitglied des landwirtschaftlichen Ministeriums in Berlin ist vor mehr als 100 Jahren eine Apfelsorte benannt worden. Ein Exemplar dieser Sorte befindet sich unter den 50 Obstbäumen, die jetzt in Zwickau gepflanzt worden sind, um zu einer Streuobstwiese heranzuwachsen.

"Ich habe schon lange mit einer Streuobstwiese geliebäugelt und bereits 5000 Quadratmeter Pachtland hinter dem Tiergehege dafür gesichert", berichtet Jens Juraschka, Geschäftsführer des Vereins "Gemeinsam Ziele erreichen", der das Gehege betreibt. "Als ich nach meinem schweren Skiunfall kürzlich in der Unfallklinik im Heinrich-Braun-Klinikum lag, bin ich mit Chefarzt Bernhard Karich ins Gespräch gekommen. Ich wusste, dass er sich für solche Projekte interessiert, und schon Schmetterlingswiesen auf dem Krankenhausgelände initiiert hat." Die beiden holten die Krankenhausleitung, die Firma Piepenbrock Begrünungen, den Rotary Club Zwickau-Glauchau, die Zwickauer Stadtverwaltung und den Landwirtschaftsbetrieb, der hinterm Tiergehege Land gepachtet hat, ins Boot. "In unserem Klinikum gibt es viel Bautätigkeit, der auch Bäume zum Opfer fallen müssen. Ausgleichsflächen sind rar. Also habe ich vorgeschlagen, das Projekt Schmetterlings-Streuobstwiesen am Tiergehege zu unterstützen", sagt Karich. Die Klinik finanzierte 50 Bäume für das Vorhaben, der Rotary-Club das Saatgut für die Blühflächen. Das ist in diesen Tagen von Rotariern ausgebracht worden. Auch die Bäume sind bereits im Boden. Allerdings müssen einige noch einmal umgepflanzt werden, weil es zwischen den Pächtern zu einem Missverständnis gekommen war.

Sascha Aurich

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"Jetzt haben wir 15.000 Quadratmeter, auf denen sich Schmetterlinge von der Eiablage über die Raupe und Puppe bis zum fertigen Falter entwickeln können, weil nur sehr selten gemäht wird", freut sich Karich. Der Rotary-Club will auch noch einen Mähbalken finanzieren. Mit der Fläche beteiligt man sich an der Aktion "Puppenstuben gesucht - blühende Wiesen für Sachsens Schmetterlinge".

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