Ampel legt Verkehr fast lahm

Im Berufsverkehr erlebt Wilkau-Haßlau gerade bisher nie gekannte Staus. Das Abbiegen von der Muldebrücke gestaltet sich wegen fehlender Fahrspuren schwierig.

Wilkau-Haßlau.

Wenn der Wilkau-Haßlauer Horst Weinhardt nach dem Einkaufen nach Hause fahren will, muss er in letzter Zeit regelmäßig deutlich mehr Zeit einplanen. "Das Abbiegen nach rechts von der Muldebrücke dauert ewig", beklagt er sich. Das habe früher besser funktioniert. Er wandte sich an die "Freie Presse", weil er die Gründe für die bislang in dieser Form nie erlebten Staus erfahren wollte.

Tatsächlich bildet sich vor allem im Berufsverkehr häufig eine lange Autoschlange, weil die Fahrzeuge beim Abbiegen in Richtung Zwickau oder Schneeberg nach der Notsicherung der Brücke nicht mehr nebeneinanderstehen und damit gleichzeitig abbiegen können. Sie müssen sich quasi eine Fahrspur teilen. Das Problem hat inzwischen auch die Stadtverwaltung erreicht. "Das kann so nicht weitergehen", sagte Bürgermeister Stefan Feustel (CDU) im Stadtrat. Häufig staut sich der Verkehr bis zur Kreuzung Cainsdorfer Straße. "Damit wird gleichzeitig die nächste Ampelkreuzung blockiert", sagte Feustel. "Da muss sich etwas ändern", betonte er.

Allerdings kann die Stadt nicht selbst für fließenden Verkehr sorgen. Für Bundes- und Staatsstraßen ist das Landesamt für Straßenbau und Verkehr zuständig. Auch dort ist das Problem bekannt. "Die Kreuzung ist bei entsprechendem Verkehrsaufkommen überlastet", sagte Franz Großmann von der Pressestelle des Landesamtes. "In der Zufahrt der S 277 zur B 93 fehlen getrennte Spuren für Rechts- und Linksabbieger", sagte er. Die allerdings gab es auch vor der Notsanierung nicht, betonte Großmann. Die hatten sich die Autofahrer selbst geschaffen, weil sie beim Abbiegen den Gehweg nutzten und sich so aneinander vorbeiquetschten. Das, so Großmann, habe auch kleinere Unfälle zur Folge gehabt. Bei der Notsanierung sei eine Bordsteinkante eingebaut worden, die eine Nutzung des Gehweges verhindert. Das soll jedoch keine Dauerlösung bleiben. Ein Umbau der Kreuzung befinde sich in der Planung, sagte Großmann. Offen ist allerdings der Zeitpunkt.

Stadtrat Dietmar Kallweit (AfD) warnte davor, das Problem auf die lange Bank zu schieben. Er machte darauf aufmerksam, dass ab März im Ortsteil Silberstraße die Bundesstraße 93 wegen des Baus der Eisenbahnbrücke für Monate gesperrt werden muss. "Das wird das Problem wegen der notwendigen Umleitung drastisch verschärfen", sagte er. Der Bürgermeister pflichtet ihm zwar bei, Einfluss auf Veränderungen habe die Stadt allerdings nicht. Franz Großmann vom Landesamt: "Wir planen eine Verbesserung des Verkehrsablaufes an der B 93." Dabei werde unter anderem geprüft, ob eine längere Grünphase für die von der Muldebrücke abbiegenden Fahrzeuge eingeräumt werden könne. Die Ideallösung sei jedoch ein Umbau der Kreuzung. "Dazu läuft derzeit eine Planung", sagte Großmann. Das allerdings sei nur im Zusammenhang mit dem Umbau der Brücke umsetzbar. Doch der ist in weiter Ferne. "Die Vorplanung liegt vor", sagte er. Derzeit werde die Entwurfsplanung vorbereitet.

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