Antrag nicht zugelassen: Keine Finanzspritze für FSV

Ein Formfehler hat den AfD-Vorstoß auf 200.000 Euro Unterstützung für den Fußballklub scheitern lassen. Hinter den Kulissen ist offenbar auch ein anderer Deal geplatzt.

Zwickau.

AfD-Fraktionschef Sven Itzek wirkt weder überrascht noch betrübt, dass sein Antrag auf eine Finanzspritze für den FSV Zwickau ebenso sang- wie klanglos von der Tagesordnung gefallen ist. Der Stadtrat hat sich am Donnerstagabend entgegen der Erwartungen nicht mit dem Antrag beschäftigt, 200.000 Euro jährlich für den klammen Zwickauer Fußball-Drittligisten zur Verfügung zu stellen. "Wir hätten den Antrag sowieso abgeändert", sagt Itzek nach der Sitzung. "Weil wir erfahren haben, dass die Stadt dem Verein das Geld auf einem anderen Weg zukommen lässt." Diese Aussage dementiert das Rathaus dann aber umgehend. Es bleibt allem Anschein nach verworren.

Die AfD hatte vorgeschlagen, 200.000 Euro für den Verein sowie weitere 200.000 Euro für den Breitensport zur Verfügung zu stellen. Allerdings machte sie nur einen Kostendeckungsvorschlag über die Hälfte des Geldes. Weil das der Geschäftsordnung des Stadtrats widerspricht, nahm Oberbürgermeisterin Pia Findeiß (SPD) das Thema von der Tagesordnung. Ohnehin wäre es schwierig gewesen, zu erklären, auf welcher Rechtsgrundlage das Geld in den Fußball fließen sollte. "Über die Vereinsförderung besteht keine Möglichkeit, und auch kommunalrechtlich wäre ein solches Modell nicht zulässig", sagte Finanzbürgermeister Bernd Meyer (Die Linke) nach der Stadtratssitzung. Meyer dementiert zudem die von Itzek ins Spiel gebrachte zweite, verdeckte Subventionierung des Vereins.


Dieses Modell hatte vorgesehen, die städtische Tochterfirma Kultour Z. als Sponsorin beim FSV einsteigen zu lassen. Die zusätzlichen Werbeausgaben hätte sich der städtische Kulturbetrieb als Zuschuss aus dem städtischen Etat zurückholen sollen. Dazu gab es mindestens ein Gespräch im Rathaus. Doch das Ansinnen sei nicht rechtens und würde die Kommunalaufsicht auf den Plan rufen, hatte der Kultour-Z.-Aufsichtsratschef und SPD-Fraktionsvorsitzende Jens Heinzig vor einer Woche gesagt. Finanzbürgermeister Bernd Meyer, der zudem als einer von zwei Geschäftsführern der Kultour Z. tätig ist, will ebenfalls von einer solchen Werbepartnerschaft nichts wissen. "Ich habe keinen entsprechenden Vertrag vorliegen. Ich habe auch keinen Vertrag unterschrieben", sagt er.

Der Verein hatte die 200.000 Euro selbst ins Spiel gebracht, um einen Teil seines Fehlbetrags zu decken, der durch die Erhöhung des Spieleretats von 2 auf 2,6 Millionen Euro entstanden war. Ursprünglich wollte man eine Verringerung der Stadionmiete um jene 200.000 Euro erreichen, doch auch dieser Vorschlag schaffte es nie bis in den Stadtrat.

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