Anwaltverein feiert 140-Jähriges

Anwälte sind seit 1879 organisiert. Zwickauer und vogtländische Juristen feierten das Jubiläum, das es fast nicht gegeben hätte.

Zwickau.

Juristen bringt so schnell nichts aus der Fassung. Als die Vorsitzende des Zwickauer Anwaltvereins, Annett Seifert, im Frühjahr jedoch ein Schreiben erhielt, in dem ihr zum 140-jährigen Jubiläum des Vereins gratuliert wurde, wurde sie schon etwas unruhig. "Wir hatten von diesem Jubiläum keine Ahnung", sagte sie. Die Anwältin begann nachzuforschen und hielt schließlich die Gründungsurkunde aus dem Jahr 1879 in den Händen.

"Viel mehr war bisher zur Geschichte des Vereins nicht zu erfahren", sagte sie am Freitag zur Feierstunde, mit der die Zwickauer und vogtländischen Juristen das Jubiläum im Schwurgerichtssaal des Zwickauer Landgerichtes begingen. Bis zum nächsten Jubiläum will sie weiterforschen. Ein weiteres Jubiläum hatte der Präsident des Landgerichtes, Dirk Kirst, beizutragen. Das Gebäude wurde im gleichen Jahr ein- geweiht, wie der Anwaltverein gegründet wurde: 1879. Edith Kindermann, die Präsidentin des Deutschen Anwaltvereins, brachte in ihrer Rede Gegenwart und Zukunft ins Spiel. Auch vor der Justiz stehen demnach größere Herausforderungen. Es mangelt am Nachwuchs und damit an Mitarbeitern bei den Gerichten und Anwaltskanzleien. Ein Teil des Problems, so Kindermann, lasse sich mit der Einführung der elektronischen Akte auffangen. "Allerdings beeinflusst die Technik unsere Arbeitsabläufe", sagte sie. Dabei stellten sich Fragen. "Wo finde ich später eine Akte wieder?", fragte sie. Jetzt könne man die Papierunterlagen im Archiv suchen. Kindermann verwies darauf, dass künftig sehr gute Suchmaschinen benötigt werden, die Millionen an Seiten in kurzer Zeit auf den Inhalt durchsehen können. "Was aber ist dann mit der Datensicherheit?", fragte sie. Darauf müsse in den nächsten Monaten eine Antwort gefunden werden.


Der Vorsitzende des Anwaltsvereins Vogtland, Oliver Hopp, hatte im Archiv ein etwa 100 Jahre altes Urteil der Sechsten Zivilkammer des Amtsgerichtes Plauen gefunden. In dem Scheidungsurteil ging es auch um Unterhalt und Sorgerecht. "Es sind fast dieselben Probleme wie heute", sagte Annett Seifert. Von Gesetzen abgesehen, habe sich der Beruf des Anwaltes in den Jahrzehnten kaum geändert. "Aber er bleibt immer spannend", sagte Hopp.

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