Arbeit mit Bienen: Keine Angst - Respekt gefragt

Drei junge Westsachsen vertreten am Wochenende den Freistaat Sachsen bei der kleinen deutschen Meisterschaft der Jung- imker, die in Rheinland-Pfalz ausgetragen wird.

Mülsen/Mayen.

Wenn am Wochenende die besten Nachwuchs- imker Deutschlands im rheinland-pfälzischen Städtchen Mayen antreten, um die Besten unter sich auszumachen, sind auch drei Jugendliche aus Westsachsen mit von der Partie. Jil Werner (15) aus Reinsdorf, Jonas Gruner (15) aus Mülsen St. Niclas und der Glauchauer Wilhelm Schmidt (16) bilden das Team, das der sächsische Landesverband in den Kampf um die Jungimker-Krone schickt. Das Trio hat sich beim Vorausscheid im sächsischen Lehr- und Versuchsgut Köllitsch für die Teilnahme qualifiziert. Der Umstand, dass alle drei aus Westsachsen stammen, ist eher ein Zufall, sagt Peter Gruner, Imker aus Mülsen St. Niclas und zugleich Landesjugendobmann. "Sie waren einfach die besten Teilnehmer aus den Arbeitsgemeinschaften der Jungimker an sächsischen Schulen", sagt er. Am Dienstag nahm er sie noch einmal zusammen, um noch die eine oder andere Frage zu klären und um Wissen aufzufrischen und zu vertiefen.

"Bei unserer ersten Teilnahme im vergangenen Jahr landeten wir auf dem vierten Rang. Diesmal möchten wir noch etwas zulegen, damit es am Ende vielleicht sogar für einen Podestplatz reicht", sagt Gruner. Der Wettkampf sei nicht einfach zu bewältigen. Es sind theoretische und praktische Aufgaben zu lösen. "Verschiedene Honigsorten an Farbe, Geruch und Geschmack zu erkennen, ist schon eine Herausforderung. Aber auch Fragen aus der Botanik haben es in sich. So müssen zum Beispiel Pflanzen bestimmt werden - ohne dass sich dabei eine Blüte am Stiel befindet, die das Erkennen erleichtern würde. Und erfahrungsgemäß dürfte auch diesmal wieder so manche kleine Stolperfalle in die Prüfungen eingebaut sein", sagt der Landesjugendobmann.

All dem sehen die drei jungen Westsachsen optimistisch entgegen. "Da wir als Mannschaft antreten, können wir uns gegenseitig ergänzen und auf diese Weise mögliche Fehlerquellen umgehen", sagt Jil Werner. Die junge Frau aus Reinsdorf entdeckte ihre Liebe zur Bienezucht, als ein Hobbyimker auf der heimischen Streuobstwiese seine Bienenstöcke aufstellte. "Das hat mir irgendwie gefallen. Als dann bei uns eine Schulimkerei gegründet wurde, habe ich sofort mitgemacht." Bei Jonas Gruner war es Vater Peter, der den Junior für dieses Hobby begeisterte. "Es macht Spaß, auch wenn ich schon etliche Male gestochen wurde. Angst sollte man vor Bienen nicht haben, aber Respekt kann nicht schaden", sagt der 15-Jährige. In Bezug auf den anstehenden Wettbewerb sieht er seine Stärken vordergründig in den praktischen Aufgaben. Auch der aus Glauchau stammenden Wilhelm Schmidt blickt dem Ausgang der Meisterschaft gelassen entgegen. "Natürlich wollen wir ganz vorne landen, aber das möchten die anderen Mannschaften ebenso. Deshalb zählt der olympische Gedanke, schließlich ist so ein Wochenende unter Gleich- gesinnten auch nicht zu verachten", sagt er. Nichtsdestotrotz träumen alle Drei ein bisschen vom Sieg, denn das beste Team darf zum Internationalen Jungimkertreffen nach Großbritannien fahren.

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