Architekt aus Thüringen soll Gewandhaus fertig bauen

Stadt schlägt neuen Planer vor - damit soll Ruhe in Problembaustelle kommen

Zwickau.

Ein Architekturbüro aus Gera soll die Zwickauer Gewandhaus-Baustelle zu einem versöhnlichen Ende bringen. Das schlägt die Stadtverwaltung dem Bauausschuss vor, der in seiner kommenden Sitzung am Montag darüber entscheiden muss. Das Büro BVS des Architekten Klaus Sorger setzte sich offenbar nach langen Verhandlungen unter anderem gegen einen Mitbewerber aus Zwickau durch und soll für seine Leistungen 600.000 Euro erhalten.

Die Aufgaben der Architekten liegen darin, einen neuen Kosten- und Zeitrahmen für den Gewandhaus-Bau zu entwerfen, sowie auf Basis der vorhandenen Pläne des Vorgänger-Architekten den Bau zu einem Ende bringen. Bis jetzt arbeitete man auf der Baustelle anhand der schriftlich fixierten Baupläne des im September 2017 gekündigten Architekturstudios ST. Verantwortliche haben eingeräumt, dass ein neuer Planer dringend benötigt werde, da die vorhandenen Baupläne nicht mehr lange ausreichen, um weiter zu bauen. Mit dem Studio ST hat man sich außergerichtlich geeinigt. Wie viel Geld für die bis zur Kündigung erbrachten Leistungen floss, ist unbekannt. Angeblich sollen es weniger als 400.000 Euro gewesen sein.

Über den neuen Architekten Sorger ist bekannt, dass er zumindest ein Großprojekt in ähnlicher Schwierigkeitsstufe erfolgreich abgeschlossen hat, nämlich die Sanierung des Geraer Theaters. Sorger erhielt dafür 2008 einen Anerkennungspreis der Architektenkammer Thüringen. Das betont die Stadt Zwickau in ihrer Beschlussempfehlung an den Ausschuss nicht ohne Grund: Dem Vorgänger war bei der Trennung Überforderung vorgeworfen worden, wenngleich er vehement widersprach.

Das Gewandhaus wird seit zehn Monaten von Interims-Bauleitungen betreut. Weder die ursprünglich vorgesehenen Kosten von 14 Millionen Euro noch der Fertigstellungsplan Ende 2019 sind noch zu halten, hieß es zuletzt. Die Stadt hofft auf eine Fertigstellung bis zum zweiten Quartal 2020.

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