Auf diesem Bauernhof ist viel Leben

Bastler Günther Weber hat einst aus der Not eine Tugend gemacht und sich ein Hobby gesucht. Zwei seiner Modelle sind derzeit im Werdauer Museum zu sehen.

Werdau/Wildenfels.

Zu viel freie Zeit hat Günther Weber zum Bastler werden lassen. "Es war 2008 um die Weihnachtszeit herum: Ich hatte Kurzarbeit in meinen Fraureuther Betrieb", erinnert sich der gelernte Zerspanungsmechaniker an die Anfänge seines Hobbys. Um sich abzulenken und wieder ein bisschen mehr Lebensfreude zu finden, suchte sich der Werdauer ein Projekt. Mit seiner Kamera ging der heute 66-Jährige auf Motivsuche.

Fündig wurde er im Deutschen Landwirtschaftsmuseum Schloss Blankenhain. "Die baulichen Besonderheiten der Scheune im Pfarrhof hatten es mir angetan." Weber machte jede Menge Fotos und fertigte exakte technische Zeichnungen von dem Gebäude an. Dann legte er los. "Wir mussten in der Bauphase alle sehr viel Eis essen", sagt Ehefrau Brigitte Weber schmunzelnd. Wieso das? Die Dachziegel der Pfarrhofscheune - 1350 an der Zahl - bestehen aus den abgerundeten Enden der Eisstiele, die Günther Weber alle einzeln bemalt hat. "Aber ich konnte ja beide Seiten verwenden", sagt der Hobbybastler schmunzelnd. Drei Winter lang arbeitete der Werdauer an dem Modell der Scheune, das er mit vielen winzigen Details im Maßstab 1:38 wiedergab.

Auch in seinen belebten Bauernhof, den das Hoftor der einstigen Ernstmühle in Wildenfels krönt, hat Günther Weber viel Zeit investiert. "Wir wohnen seit einigen Jahren im Elternhaus meiner Frau in Wildenfels. Deshalb habe ich zu diesem Ort jetzt mehr Verbindung als zu Werdau." Zur Zeit baut der Senior in seiner Werkstatt am Modell der "Parkschänke" von Wildenfels. Der Fertigstellungstermin steht allerdings noch nicht fest. Alle Modelle fertigt der Bastler aus Sperrholz. Beleuchtet werden sie außerdem.

Verbindungen zum Werdauer Museum hat Günther Weber durch seinen Vater Heinz Weber. "Er war viele Jahre lang hier ehrenamtlicher Mitarbeiter und ich schon als kleiner Junge gern in den Räumen zu Gange." Museumschef Hans-Jürgen Beier freut sich über die detailgetreuen Leihgaben, die die Weihnachtsausstellung in der Einrichtung an der Holzstraße perfekt ergänzen. "Die Modelle sind mit sehr viel Perfektion gefertigt." Und noch eine Verbindung haben die Webers, die in ihrer Freizeit eifrige Museumsgänger sind, in das Werdauer Haus. Birgit Webers Vater, Jona Pausch, war Lokführer. Und zwar auf der Dampfspeicherlok aus Fährbrücke, die heute im Garten des Stadt- und Dampfmaschinenmuseums als Ausstellungsstück zu bewundern ist.

Die Weihnachtsausstellung im Stadt- und Dampfmaschinenmuseum Werdau, Holzstraße 2, ist bis 27. Januar zu sehen. Geöffnet ist sonntags bis donnerstags, jeweils von 10 bis 16 Uhr sowie samstags von 13 bis 17 Uhr.

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