Aufräum-Aktionen mit Mehrwert

Schnäppchenjäger hatten am Sonnabend auf zwei Flohmärkten Gelegenheit, nach Herzenslust herumzustöbern. Das war für alle eine gute Sache.

Zwickau/Mülsen.

Der Flohmarkt auf dem Gelände des SOS-Kinderdorfes war nach dem Geschmack von Tobias Rockstroh aus Zwickau. Der Hauptgrund: Bei den Händlern, die an rund 40 Ständen ihre Sachen feilboten, handelte es sich ausschließlich um Hobbytrödler. "Ich gehe gern auf Flohmärkte, aber eben nicht solche mit vorrangig professionellen Händlern. Hier sind Leute, die sich freuen, wenn sie für nicht mehr benötigte Sachen noch den einen oder anderen Euro bekommen. Naja, und ein bisschen um den Preis feilschen, macht dabei auch Spaß", sagte der 48-Jährige.

Ums Geld ging es logischerweise trotzdem. Während das bei den Gelegenheitshändlern in die eigene Tasche wanderte, ging es am Stand des SOS-Kinderdorfes um ein anderes Anliegen: "Jeder Cent, den wir heute einnehmen, kommt unserer Einrichtung zugute. Davon können wir Dinge kaufen, die unsere Mädchen und Jungen benötigen", sagte Dorf-Chef Heico Engelhardt. Das, was von der Einrichtung angeboten wurde, stammte aus unterschiedlichen Quellen. "Wir freuen uns wirklich über jede Spende. Aber nicht immer können unsere Kinder damit unmittelbar etwas anfangen. Um speziell diese Sachen sinnvoll zu verwenden, haben wir vor vier Jahren den Flohmarkt aus der Taufe gehoben. Unsere Umsätze lagen stets im vierstelligen Bereich", so Engelhardt.

Auf einen ordentlichen Batzen Geld hofften auch die Organisatoren des Trödelmarktes in Mülsen St. Micheln. "Bei uns gehen die Einnahmen direkt in die Kasse, aus der wir 2021 unser Ortsjubiläum finanzieren wollen. Bei der Vorbereitung auf das 600-Jährige muss einiges vorgeschossen werden", sagte Yvonne Vogel, Vorsitzende des Mülsener Obstbauvereines. Die Idee entstand während der Umgestaltung des Schulmuseums. Dabei sei so viel angefallen, das einfach zu schade zum Wegwerfen erschien. Also sollte das Sammelsurium auf einem Trödelmarkt angeboten werden. Ein zusätzlicher Aufruf an die Michelner, Sachwerte beizusteuern, fand unverhofft großen Zuspruch. "Die Leute haben gebracht und gebracht. Darunter alte Nähmaschinen, Porzellan, Bücher und viele Schallplatten. Wir sind jetzt schon soweit, dass wir im kommenden Jahr wieder solch einen Markt anbieten werden", stellte Yvonne Vogel in Aussicht.

Zufrieden zeigte sich die 52-Jährige auch mit dem Zuspruch auf den Verkauf. "Es ist schon viel weggegangen - sogar Sammeltassen und Herrenhemden. Ich denke, wir können mit dem Ergebnis der Erstauflage des Marktes wirklich zufrieden sein." Fündig wurde am Sonnabend auch Rainer Zenner. Er ist jetzt stolzer Besitzer einer alten Wäscheleine. "Ich habe bei mir im Garten eine neue Sitzecke eingerichtet und mit allen möglichen betagten Utensilien dekoriert. Die Wäscheleine passt gut dazu", sagte der 60-Jährige.

Bewertung des Artikels: Ø 4.5 Sterne bei 2 Bewertungen
1Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 1
    0
    Tokeah
    02.09.2019

    Schade ist, dass das Schulmuseum in diesem Artikel so wenig Beachtung findet. Ich habe es persönlich für eine Stunde besucht und habe sehr viel wiederentdeckt aus meiner früheren Schulzeit. Sehr beachtenswert und beeindruckend ist das Kriegstagebuch einer Schülerin bzw. eines Schülers aus der Zeit des Nationalsozialismus. Allerdings sollte man hierzu die Süterlinschrift kennen, denn mit dieser sind die Einträge verfasst worden. Auch Zeitungsausschnitte wurden dazu mit hinein geklebt. Die Macher des Museums haben viel Zeit, Mühe und Liebe in dieses historische Kleinod investiert, dass es auf jede Fall einer Erwähnung und auch eines Besuches wert ist. Auf Klassenfotos kann man sich und viele Mitschüler wiederentdecken. Auch das zahlreiche geschichtliche Inventar hat seinen Reiz. In der näheren wir weiteren Umgebung gibt es meines Wissens ein ebenbürtiges Schulmuseum nicht. Einen herzlichen Dank an die Macher und Gestalter möchte ich aussprechen!



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