Aus Kohlegrube wird Gewerbefläche

Bis 1930 wurde im Hilfe-Gottes-Schacht Kohle gefördert. Danach hat sich niemand groß für das Gelände interessiert. Jetzt soll es für 2,8 Millionen Euro saniert und ausreichend gesichert werden.

Zwickau.

1930 wurde die Kohleförderung im Hilfe-Gottes-Schacht abseits der Reichenbacher Straße in Zwickau eingestellt. Seitdem fristet das Areal fast unbemerkt von der Öffentlichkeit sein Dasein. Dabei birgt der Schacht möglicherweise im Untergrund einige Gefahren in sich. Keiner weiß mehr, ob er damals ordnungsgemäß verfüllt und gesichert worden ist. Das soll sich jetzt ändern.

Tatsächlich finden bereits wieder Arbeiten auf dem Gelände statt. "Zunächst wird das Baufeld freigemacht", sagte der Leiter des Oberbergamtes Freiberg, Oberberghauptmann Bernhard Cramer. Dabei werden die Gebäude und alle einst für der Kohleförderung benötigten Anlagen abgerissen. Danach beginne die Sanierung des Schachtes.

"Der Schacht selbst ist als bruchgefährdet und nicht standsicher einzuschätzen", hatte Cramer bereits Mitte 2017 gesagt. Die üblichen Sicherungsmaßnahmen von Steinkohlenschächten an der Oberfläche seien hier nicht vorgenommen worden. Zwar soll der Schacht in den Jahren 1930 und 1931 vollständig verfüllt und laut einem alten Betriebsplan mit fünf Meter langen Bergepfeilern gesichert worden sein. "Ob das tatsächlich so umgesetzt wurde, ist jedoch nicht bekannt", sagte der Oberberghauptmann. Zudem verfüge der Schacht nicht über die erforderliche Abdeckplatte mit Nachfüllöffnungen, die auf einem sicheren, gemauerten Schachtausbau aufliegt.

Geplant ist jetzt die Beräumung bis in eine Tiefe von etwa 32 Metern. Mit einer Betonplombe soll die Grube nach Abschluss der Arbeiten dauerhaft gesichert werden. Anschließend wird bis in eine Tiefe von etwa 260 Metern gebohrt. Zum Vergleich: Kohle wurde im Hilfe-Gottes-Schacht bis hinab auf etwa 365 Meter gefördert. Die restlichen Hohlräume, die die Fachleute bei der Bohrung entdecken, werden anschließend verfüllt. Vier weitere Bohrungen sollen etwa 100 Meter in die Tiefe getrieben werden. Diese erhalten zur Stabilisierung des Schachtes eine Füllung mit einer Wasser-Zement-Mischung, wie Cramer weiter erklärte.

Insgesamt werden die Arbeiten 20 Monate dauern und etwa 2,8 Millionen Euro kosten. Die Finanzierung teilen sich die Europäische Union über den Efre-Fonds und der Freistaat Sachsen. Die Stadt Zwickau will das Areal des ehemaligen Schachtgeländes künftig als Gewerbefläche nutzen. Vor allem kleinere Betriebe könnten sich dort ansiedeln, hatte Oberbürgermeisterin Pia Findeiß (SPD) bereits im Herbst 2017 bei einem Stadtspaziergang mit Bürgern erklärt.

Schon im Jahr 2013 hatte die Stadt gemeinsam mit dem Oberbergamt mit ersten Sanierungsmaßnahmen auf dem Areal begonnen. Hauptsächlich ging es dabei jedoch um die Halden, die der Bergbau dort zurückgelassen hatte, wie Rathaussprecher Mathias Merz sagte. Im Dezember 2014 wurden diese Arbeiten abgeschlossen.

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