Außenaufzüge, Dachwohnungen: Wohnviertel ändert sein Gesicht

GGZ und Wewobau sanieren in Marienthal-West grundlegend. Sogar Penthäuser werden entstehen.

Zwickau.

Große Veränderungen in Marienthal-West: Die Westsächsische Wohn- und Baugenossenschaft Zwickau (Wewobau) startet am Eschenweg 6 bis 12 den nächsten Bauabschnitt. "Wir beginnen jetzt mit den innen liegenden Aufgängen 8 und 10. Die Baumaßnahmen werden voraussichtlich im Mai abgeschlossen sein. Die Aufgänge 6 und 12 sind bereits fertiggestellt und bezogen", sagte Wewobau-Prokurist Heiko Schäller. Insgesamt entstehen hier 32 Wohnungen, acht pro Aufgang. Alle verfügen über einen Balkon, werden barrierearm ausgebaut und energetisch saniert. Das bedeutet: keine Schwellen innerhalb der Wohnung, die Duschen sind ebenerdig, genau wie die Einstiege zum Balkon.

Die Wohnhäuser wurden in den 1960er-Jahren gebaut. Damals auf dem neuesten Stand, sind sie heute eher sanierungsbedürftig. Die geplanten Änderungen wurden am Dienstagabend auch auf dem Stadtspaziergang mit Oberbürgermeisterin Pia Findeiß (SPD) vorgestellt. Vor allem die kleinen Bäder und schmalen Küchen in dem Wohngebiet sind nicht mehr zeitgemäß, Türschwellen hemmen zudem vor allem die Bewegungsfähigkeit älterer Mieter in den engen Wohnungen. Für mehr Wohnkomfort müssen allerdings die Grundrisse verändert werden. "Die Gebäude wurden komplett entkernt. Nur die Grundmauern sind geblieben. Deshalb sind alle Mieter vor Beginn der Sanierung ausgezogen", sagte Schäller. Großräumigkeit und Barrierearmut seien Wünsche der Mieter: "Das waren wichtige Punkte in der Bedarfsermittlung der Genossenschaft."

Die nächste große Baustelle ist der Robinienweg 8 bis 16. Hier entstehen Zwei-, Drei- und Vier-Raum-Wohnungen. Ein Teil der insgesamt 31 Wohneinheiten wird barrierefrei sein. An drei Aufgängen wird es außen Aufzüge geben. Die Satteldächer müssen allerdings weichen. An ihrer Stelle entstehen drei Penthouse-Wohnungen.

Auch die Wohnungen am Baumhaselweg 8 bis 16 und am Pappelweg 7 bis 15 werden perspektivisch saniert. "Die Neugestaltung wird das Bild des Wohngebietes deutlich verändern", ist sich Schäller sicher. Die Nachfrage von Mietern sei bereits sehr groß. Wie viel die Genossenschaft insgesamt investiert, wollte der Wewobau-Prokurist nicht beziffern. "Es liegen noch nicht alle Ausschreibungsergebnisse vor, deshalb bin ich mit Zahlen vorsichtig." Ziel sei es, wertige Wohnungen zu fairen Preisen anzubieten.

Die städtische Wohnungsgesellschaft GGZ steht bei der Umgestaltung in dem Gebiet vor ähnlichen Herausforderungen wie die Wewobau. "Der Grundriss ist unser Problem", sagte GGZ-Sprecher Steven Simmon. Auch hier müssen die für heutige Verhältnisse viel zu schmalen Küchen und Bäder verändert werden. In diesem Jahr werden die Grundrissänderungen im Baumhaselweg 6 und in der Windbergstraße 46 realisiert, im Eschenweg 27 sind sie bereits fertig. Allein für die Grundrissänderungen werden in diesem Jahr 2,1 Millionen Euro ausgegeben, insgesamt werden es 3 Millionen sein. Die Gebäude werden komplett entkernt, die Haustechnik erneuert, moderne Bäder und Küchen gestaltet und Balkone angebaut. Es bleiben kleine Wohnungen, durch die Zusammenlegung aber auch größere. Insgesamt wird die Wohnungsanzahl reduziert.

Die GGZ reagiert damit auch auf die demografische Entwicklung des Stadtteils, in dem der Anteil von Bewohnern zunimmt, die 65 Jahre und älter sind. Mit großen Wohnungen will die GGZ vor allem Familien mit Kindern anziehen. Viele Ältere wünschen sich hingegen eine kleinere Wohnung. "Wir wollen eine gute Durchmischung, sonst droht uns irgendwann die Leerstandskeule", erklärte Simmon. Daneben werden im Stadtteil Marienthal, wo die GGZ 1800 Wohnungen besitzt, für rund 120.000 Euro die Fassaden der Marienthaler Straße 39 bis 45 sowie im Eschenweg 21 bis 27 saniert. Der Balkonanbau im Rotdornweg kostet rund 219.000 Euro.

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