Autorin und Zeichner sorgen für mordsmäßigen Spaß

Rund 450 Mediziner haben sich am Samstag beim 11. Zwickauer Ärzteball amüsiert. Eine Arzttochter sorgte dabei für gute Unterhaltung.

Zwickau.

Die Zwickauerin Claudia Puhlfürst bezeichnet sich selbst als kriminelle Schreibtisch-Täterin. Einer Zwickauer Ärztefamilie entstammend, entschied sie sich zwar gegen den Beruf ihrer Eltern, behielt dennoch das Interesse an medizinischen Themen. Die diplomierte Biologie- und Chemielehrerin, die 2002 ihren ersten Krimi schrieb, referierte am Samstag vor der bestens aufgelegten Ärzteschaft, die sich nicht im weißen Kittel, sondern in Abendrobe und Smoking im Ball- und Konzertsaal "Neue Welt" einfgefunden hatte.

Für das Thema "Forensische Geschichten: Zwischen Fiktion & Realität" behandelte Puhlfürst Fragen wie: Existiert der perfekte Mord? Oder: Woher kommt die Dunkeziffer unentdeckter Morde? Dabei warf sie an die Leinwand das Zitat "Wenn auf den Gräbern aller, die ermordet wurden, Kerzen brennen würden, wären unsere Friedhöfe nachts hell erleuchtet." Die Dunkelziffer komme daher, dass in Deutschland viel weniger als in den anderen Ländern obduziert wird, und es damit offiziell nur 20 Tötungsdelikte auf 10.000 Tote gibt. "Es werden immer mehr Institute für Rechtsmedizin geschlossen und Mittel gekürzt", sagte sie zum Hintergrund.

Für Heiterkeit sorgten einige Beispiele, die sie im Büchlein "Diagnose Mord - Skurriles für Mediziner und ihre Fans" zusammen mit Ralf Alex Fichter extra für den Ärzteball zusammengetragen hat. Wer wollte, konnte sein eigenes Blutbild mit nach Hause nehmen, gezeichnet von Ralf Alex Fichtner, allerdings nicht mit richtigem, sondern mit Kunstblut. Mit nach Hause nehmen konnten die Gäste mitunter auch Tombola-Gewinne. Wie schon im Vorjahr waren die 460 Lose schnell ausverkauft. Die Erlöse gingen an den Verein Kinder in Zwickau (3350 Euro) und an die Zwickauer Lukaswerkstatt (1250 Euro).

Unter den Gästen waren auch viele neue - so wie das Ehepaar Länder, das sich begeistert zeigte. "Der Zwickauer Ärzteball hat unsere Erwartungen in allen Punkten bei weitem übertroffen. Wir kommen nächstes Jahr auf jeden Fall wieder", sagte Jens Länder, Mitglied der Geschäftsleitung von Reha-Aktiv. Auch die Veranstalter - die Medizinische Gesellschaft Zwickau, die Kreisärztekammer Zwickau und Krauß Event - zeigten sich sehr zufrieden.

Der 12. Ärzteball findet am 24. März 2018 wieder in der "Neuen Welt" statt. Das Thema wird Heinrich Braun als Nobelpreis-Kandidat sein. Kulturelles steuert erstmals das Theater Plauen-Zwickau bei.


Die Preisträger des Heinrich-Braun-Förderpreises 2017

Der 39-jährige Kanadier Peter Rhone ist der erste Preisträger in der Geschichte des Heinrich-Braun-Förderpreises, dem diese Ehre zum zweiten Mal zuteil wurde. Der Physiker und Mediziner arbeitet in der Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie des Heinrich-Braun-Klinikums (HBK). In diesem Jahr überzeugte er die neunköpfige Jury mit einer Smartphone-App, mit deren Hilfe exakte Bestrahlungszeiten berechnet und diese weltweit angewendet werden können.

Franziska Schlegel erreichte mit ihrer Arbeit die gleiche Punktzahl, teilt sich mit Rhone den ersten Preis und damit das Preisgeld von 1500 Euro in Kategorie. In der Auskopplung ihrer Dissertation untersuchte die 28-jährige Assistenzärztin für Dermatologie und Venerologie des HBK den Einfluss der Genetik auf den Stoffwechsel.

In der 2015 eingeführten Kategorie B, in der Fallstudien ausgezeichnet werden, wurde eine Arbeit des 33-jährigen Tschechen Pavel Zakrenichnyj ausgezeichnet. Er ist Arzt in Weiterbildung für Viszeralchirurgie am HBK-Standort Kirchberg. Sein 1.Preis ist mit 500 Euro dotiert. Alle drei Preisträger erhielten zusätzlich eine Medaille aus Meissner Porzellan mit dem Konterfei von Heinrich Braun.

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