Autozulieferer kauft Fläche in Reinsdorf für 1,4 Millionen Euro

Die Firma Meleghy Automotive macht ernst. Schon im März 2020 soll der Rohbau für die neue Fabrik stehen. Insgesamt werden 40 Millionen Euro investiert.

Reinsdorf.

Seit Dienstag ist alles unter Dach und Fach: Die Gemeinde Reinsdorf hat eine rund 57.000 Quadratmeter große Fläche an der Gabelsbergerstraße im Gewerbegebiet an die Firma Meleghy Automotive verkauft. Bei dem notariellen Vertragsabschluss hatten sich der Finanzinvestor des Autozulieferers, die Firma Doronto, und die Kommune auf einen Kaufpreis von mehr als 1,4 Millionen Euro geeinigt. Das bestätigte Rathauschef Steffen Ludwig (parteilos). Das Familienunternehmen Meleghy will die traditionsreichen Blechformwerke Bernsbach nach Reinsdorf verlegen. Für 40 Millionen Euro baut das Unternehmen im Gewerbegebiet eine komplett neue Fabrik, direkt an der Autobahn 72 - mit einer Förderung über die Sächsische Aufbaubank.

Bereits Ende Juni hatten sich Gemeinde und Firmenleitung mit einem feierlichen ersten Spatenstich auf die Ansiedlung geeinigt. Da laut Ludwig zwischendurch der Investor wechselte, sei es zu den Verzögerungen im Verfahren gekommen. Denn erst im September hatte die Deutsche Leasing als neuer Finanzinvestor das Projekt weitergeführt. Und dieses Unternehmen wiederum beauftragte die Doronto mit dem Erwerb der benötigten Fläche für Meleghy. Der Preis basiert dem Bürgermeister zufolge zunächst auf einem Gutachten, das einen Verkehrswert des Grundstücks von 17,85 Euro pro Quadratmeter ermittelte. "Das ist der Preis, der mindestens verlangt werden musste", sagte Ludwig im Gemeinderat und fügte an: "Der Verkehrswert ist auch der Marktwert." Nach weiterer Verhandlungen mit Doronto sei es schließlich der Verwaltung gelungen, sich auf einen Preis von 24,93 Euro zu einigen. Letzteres freute unter anderem AfD-Gemeinderätin Petra Lorenz, die der Verwaltung eine gute Arbeit konstatierte. "Das ist positiv, ein guter Preis", sagte sie.

Die Gemeinde geht davon aus, dass schon in der kommenden Woche die Arbeiten zur Geländeregulierung im Gewerbegebiet beginnen. "Auch laufen die Arbeiten im Bereich der ingenieurtechnischen Planungen unter Abstimmung mit den Behörden auf Hochtouren", ergänzte Ludwig. Denn schon im März 2020 soll der Rohbau stehen. Laut Gyula Meleghy, Chef des gleichnamigen Familienunternehmens, schafft das Unternehmen mehr als 70 Roboter an, um einen neuen Großauftrag des Volkswagenkonzerns erledigen zu können. Zudem sollen 70 weitere Roboter von Bernsbach nach Reinsdorf verlegt werden, um die bisherige Komponentenfertigung fortzusetzen. Allerdings wird nach Darstellung des Firmenchefs in Reinsdorf ein reines Fügewerk entstehen, in dem Einzelteile zu Baugruppen verschweißt, verklebt und verlötet werden.

Für den grundhaften Ausbau der Gabelsbergerstraße, die ans Gelände der Firma Meleghy grenzt, hat Reinsdorf von der Landesdirektion Chemnitz eine Zuwendung von 3 Millionen Euro erhalten. Geld, das Ludwig zufolge aber auch für den Bau einer Löschwasserentnahmestelle am bereits bestehenden Regenrückhaltebecken vorgesehen ist.

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