Bald Konkurrenz für Aldi, Lidl und Co.?

Der russische Discounter Torgservis hat über seine deutsche Tochter auch in Zwickau anfragen lassen

Zwickau.

Aldi, Lidl, Netto und Penny könnten in Zwickau bald Konkurrenz aus Russland bekommen. Die deutsche Tochter des russischen Discounters Torgservis, die im Jahr 2017 gegründete TS-Markt GmbH mit Sitz in Berlin, will vor allem in Ostdeutschland bis zu 100 Märkte eröffnen. Auch bei der Zwickauer Wirtschaftsförderung hat das Unternehmen schon angefragt. Dort gibt man sich derzeit zurückhaltend. "Eine Genehmigung zum jetzigen Zeitpunkt kann noch nicht ausgesprochen werden", sagte Heike Reinke von der Pressestelle des Rathauses.

Die Stadt beruft sich auf das Einzelhandels- und Zentrenkonzept, das derzeit überarbeitet werde. "Es werden gerade die hierfür relevanten Versorgungsbereiche und geeignete Lebensmittelstandorte ermittelt", sagte Reinke. Vor allem müsse sichergestellt sein, dass der Neuzugang keinen für die Nahversorgung wichtigen Standort gefährde. Der Zwickauer Projektentwickler Bernd Arzt, der speziell in den 90er-Jahren zahlreiche Einkaufsmärkte nach Zwickau geholt hat, sieht keine zwingende Notwendigkeit für eine Ansiedlung. "Bisher haben die bei mir auch nicht angefragt", sagte er. "Ich bin mir auch nicht sicher, ob ich mich da engagieren würde." Der TS-Markt sei hauptsächlich an kleineren Geschäften zwischen 400 und 600 Quadratmetern interessiert. Zudem würde er als Billiganbieter auftreten. Der Geschäftsführer der deutschen Tochter des russischen Unternehmens, Andrei Ganus, hat sich gegenüber der "Freien Presse" bislang nicht zu den Ansiedlungsplänen geäußert. Er habe dazu noch keine Zeit gefunden, sagte eine Mitarbeiterin. Bisher hat TS-Markt in Sachsen keine eigene Filiale eröffnet. Das soll sich allerdings noch in diesem Jahr in Leipzig ändern. Interessiert ist der Markt zudem an Läden in Dresden und Chemnitz. (nkd)

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2Kommentare
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    GERRO
    12.11.2018

    Marienthal hat natürlich weitere Märkte. Das war eine Übertreibung. Mit der Schließung des Versorgungszentrums inmitten des bevölkerungsreichen Wohngebietes mit vielen Mehrfamiliengebäuden der Wohnungsbaugesellschaft, indem besonders viele ältere Menschen leben, zeichnet sich ab, dass Versorgungskonzepte für die Menschen immer "aktualisiert" werden müssen. Wenn ein Markt mit russischen Investoren anfragt, verlangen doch die Bürger nicht diesen sofort abzuweisen. Schließlich leben in Zwickau viele Menschen aus der ehemaligen UdSSR, warum also nicht einen Markt aus dem Osten in Zwickau.
    Aldi und Lidl expandieren sicher auch Richtung Osten, Lidl ist ein Weltkonzern.
    Konkurrenz belebt das Geschäft. Warum wird eigentlich nicht das Kaufhaus in Zwickau dem Investor angeboten? Die Verwaltung hat genug vollklimatisierte Büros. Die Steuergelder für das frühere Kaufhaus Schocken sollten vielmehr in die bestehenden Projekte fließen oder in den Straßenbau fließen. Die Innenstadt braucht die Wirtschaft und nicht Verwaltungsbüros.

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    GERRO
    10.11.2018

    Marienthal: Einkaufszentrum geschlossen - Stadtteil hat wohl 20.000 Einwohner
    Cainsdorf: keine Versorgungsmarkt, keine Sparkasse für 2500 Einwohner
    Planitzer Markt: Markt von Schließung bedroht

    Seit wann bestimmt der Herr Arzt darüber, wo Einkaufsmärkte platziert werden, doch nur dort, wo der Immobilienmakler Arzt daran verdient.

    Der Gipfel der Untätigkeit: Die Leiterin der Wirtschaftsförderung, Frau Dr. Pia Findeiß. Mögliches Totalversagen! Auf den Knien müsste sie darum betteln, dass Einkaufsmärkte in allen Stadtteilen entstehen.

    Sehr geehrte Damen und Herren Stadträte, bringen Sie doch bitte dieses Thema in den Stadtrat, Sie wollen ja sicher 2019 wiedergewählt werden. Fragen Sie die Bevölkerung doch mal. Eine 65.000.000 Millionen teure Stadtverwaltung müsste das doch können!

    Warum erfährt man denn das aus der Zeitung und von keinem Stadtpolitiker?



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