Begeisterung nicht nur auf der Bühne

Lindenbrunnenschau der Geflügelzüchter vereint mehrere Generationen. Zwickauer Singekreis gibt am Sonntag sein letztes Konzert. Zweitliga-Handballerin des BSV Sachsen überzeugt auch am Flügel.

Florian Noack (29), belgischer Ausnahmepianist, nutzte am Freitag die Gelegenheit, um im Rahmen des Projektes "Rhapsody in School" Schülerinnen und Schülern des Käthe-Kollwitz-Gymnasiums Einblicke in sein ganz individuelles Verständnis für Musik zu geben. Er lieferte dabei nicht nur Kostproben seiner virtuosen Spielweise ab, sondern kam vor allem mit den Jugendlichen ins Gespräch. "Ich habe bei solchen Terminen im Vorfeld keinen Plan, sondern versuche, auf die jungen Leute und ihre Fragen einzugehen. Es ist auch für mich immer wieder spannend, wie sich so ein Treffen entwickelt. Und es macht mir natürlich Spaß", sagte er. Etwa sechs derartige Termine nimmt Florian Noack pro Jahr war - in der Regel im Vorfeld eines seiner Konzerte, das diesmal am Sonnabend in Fraureuth stattfand. Der 29-Jährige ist in Zwickau kein Unbekannter. Immerhin war er 2012 Preisträger des XVI. Internationalen Robert-Schumann-Wettbewerbs für Klavier und Gesang sowie Gewinner des "Echo-Klassik 2015" als bester Nachwuchskünstler. "Rhapsody in School" wurde von dem Pianisten und Dirigenten Lars Vogt initiiert und soll mit Unterstützung von namhaften Künstlern bei Schulbesuchen Begeisterung, Neugier und Interesse für die Musik wecken. (awo)

Marc Schlesiger (32), Vorsitzender des Geflügelvereins Ebersbrunn, war am Wochenende bei der sechsten Lindenbrunnenschau nicht der einzige Aussteller aus seiner Familie. Gleich fünf Schlesigers präsentierten im Saal des Gasthofes "Zum Löwen" ihre schönsten Gänse, Enten, Hühner und Tauben. Darüber hinaus sorgten Vater Bernd Schlesiger (70) und Töchterchen Charlotte (6) dafür, dass sich drei Generationen aus dem Familienverbund des Landwirtschaftsbetriebes an der Schau beteiligten. "Das ist zwar gerade auf dem Land nicht ungewöhnlich, stimmt uns aus Vereinssicht aber natürlich optimistisch, was den Fortbestand unseres Hobbys und der traditionellen Geflügelzucht anbelangt", sagte Marc Schlesiger. Veränderungen im Zuchtverhalten seien aber dennoch spürbar. So geht laut Einschätzung des Vereinsvorsitzenden das Interesse an der Taubenzucht zugunsten der Haltung von Hühnern zurück. "Das ist nachvollziehbar, weil die Hühnerzucht vom erforderlichen Aufwand her einfacher ist. Und nicht zu vergessen: die stets frischen Hühnereier." (awo)

Antje Behrens (35) aus Mosel hat vor ein paar Tagen ein Seniorencafé der besonderen Art in Marienthal eröffnet. In der Luisenstraße 1 können sich ältere Menschen bei Kaffee und Kuchen, Bier und Wein treffen, Karten und Schach spielen, basteln und stricken. Die gelernte Bankkauffrau, die schon von Kindesbeinen an kreativ war, hatte zuvor eine Weiterbildung zur Betreuungskraft absolviert. Auf die Idee des "Treffpunkts 60+", der über 30 Plätze verfügt, hatten sie ihre Eltern gebracht, die beide im Ruhestand sind und vor allem in der kalten Jahreszeit Angebote vermissen. Geöffnet ist montags bis samstags. Alle 14 Tage samstags findet 14 bis 18 Uhr ein Tanztee statt, der nächste ist für den 7. Dezember angesetzt. Es gibt regelmäßige Arbeitsgemeinschaften, darüber hinaus auch saisonale Kreativangebote. Der Clou in einem Hinterstübchen: drei Aquarien mit jeweils 33 Garra-Rufa- oder Kangalfischen. Die kleinen Nager knabbern an den Füßen und regen so die Durchblutung an. 30 Minuten einer solchen "Fisch-Pediküre" kosten zehn Euro. (upa)

Gerd Stiehler (64), Chorleiter des Zwickauer Singekreises, durfte beim vorletzten Konzert des fast 30-jährigen Chores am Sonntagnachmittag vor ausverkaufter Lukaskirche dirigieren. "Sogar die Seitenplätze waren besetzt", sagte er gerührt von einem solchen Zuspruch. Das Bläserquintett der Scheffelberger Musikanten unterstützte den Chor, am Akkordeon war Christian Pöhland zu hören. Im Januar hatten die Mitglieder den Beschluss gefasst, die sängerische Tätigkeit vor Publikum einzustellen. "Da schwang viel Wehmut mit, aber der Beschluss war einstimmig", sagte Stiehler. Der Nachwuchs fehle, das Durchschnittsalter liege bei Anfang 70. Die sängerische Qualität sei zwar noch sehr gut, aber es mehren sich die Wehwehchen, sagte er. Stiehler hatte die Leitung des einstigen Lehrerchors 1990 übernommen. Der Chor brachte es auf rund 350 Konzerte, zur schönen Tradition war das Weihnachtskonzert in der Lukaskirche geworden, das immer kurz vor dem Pyramidenandrehen in Planitz stattfand. Stiehler, der noch als Geschäftsführer des Waldenburger Eurogymnasiums tätig ist, hatte bereits vor zwei Jahren sein Herz fürs Kabarett entdeckt. Seine "Stiehlblüten", mit denen er den Lehrerberuf auf die Schippe nimmt, sind regelmäßig in der Zwickauer Moccabar zu erleben. Das wirklich letzte Konzert des Singekreises vor großem Publikum findet am Sonntag in der Kirche in Königswalde statt. Beginn ist um 17 Uhr. (upa)

Klara Schlegel (18) hat beim jüngsten Sponsorenabend des BSV Sachsen Zwickau im Malsaal des Zwickauer Theaters aufhorchen lassen. Der Handballverein, dessen erste Frauenmannschaft in der 2. Bundesliga aktuell auf einem ganz starken zweiten Platz steht, musste für die musikalische Umrahmung der Veranstaltung nämlich nicht extra Künstler verpflichten. Diesen Part übernahm vielmehr die österreichische Nationalspielerin, die am Bechstein Flügel Proben ihres musikalischen Talents unter Beweis stellte und dafür nicht nur von ihren Teamkameradinnen anerkennenden Beifall erhielt. Um auch in der 2.Liga mit dem BSV weiterhin den Ton anzugeben, will Klara Schlegel am Samstag, 17 Uhr in der Sporthalle Neuplanitz gegen Freiburg wieder auf Torejagd gehen. Die Linkshänderin und Rückraumspielerin steht beim Erstligisten Thüringer HC unter Vertrag und besitzt ein Zweitspielrecht für Zwickau. (tyg)

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