Berufsfachschule startet mit Rekordzahl

130 neue Schüler sind am Freitagnachmittag feierlich in die Medizinische Berufsfachschule des Heinrich-Braun-Klinikums aufgenommen worden - darunter ein letzter Jahrgang im alten Ausbildungssystem.

Zwickau.

Im Haus der Sparkasse Zwickau gab es am Freitag ebenfalls einen Friday for Future - auch wenn es dabei nicht um den Klimaschutz ging. Darauf machte Oberbürgermeisterin Pia Findeiß (SPD) bei der festlichen Aufnahmefeier der medizinischen Fachschule des Heinrich-Braun-Klinikums (HBK) aufmerksam. "Sie starten am heutigen Freitag in Ihre berufliche Zukunft. Dafür wünsche ich Ihnen viel Erfolg", sagte sie.

Mit 130 Schülern beginnen so viele wie nie zuvor an dieser Einrichtung. Leiterin Carmen Hofmann informierte, dass mit dem sächsischen Krankenhausplan 2018 der Schule für dieses Jahr 78 weitere Ausbildungsplätze zuerkannt wurden. In der Summe stehen nun 368Plätze zur Verfügung. Im Bereich der Gesundheits- und Krankenpflege wurde mit 70Schülern erstmals eine dritte Klasse eröffnet. "Heiß begehrt ist auch die Ausbildung zur Krankenpflegehilfe mit 30 neuen Schülern", sagte Hofmann. "Dieser Zuwachs ist wohl auch damit zu erklären, dass wir die einzige Ausbildungsstätte über den Landkreis hinaus sind, die diesen Azubis eine Ausbildungsvergütung bietet."

Darüber hinaus wurden sieben angehende Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger und 23Physiotherapeuten begrüßt. In der Gesundheits- und Krankenpflege sowie der Kinderkrankenpflege startet übriges der letzte Jahrgang. Ab 2020 werden diese mit der Altenpflege zum einheitlichen Abschluss Pflegefachmann/-frau zusammengeführt.

Schüler, die voriges Jahr ihre Ausbildung begonnen hatten, begrüßten die Neuen mit einem kreativen und witzigen Programm. Einige bewiesen dabei, dass sie nicht nur mit medizinischen, sondern auch mit Musikinstrumenten gut umgehen können. Etliche Songs aus den aktuellen Charts hatten sie ideenreich umgeschrieben. Und so sang ein Chor einen Mark-Forster-Hit mit dem Text "Ich lass Tabletten für dich regnen ...", was für Erheiterung im Publikum sorgte, genau wie Ausschnitte aus Fernsehserien wie "Gute Pflege, schlechte Pflege", "Game of Bacillus" oder "Schwesterntausch". Schauspielerische Talente zeigten einige auch bei Szenen am Krankenbett.

Jacqueline Körner aus Wildenfels beginnt ihre Ausbildung zur Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerin. Sie hat im Bereich Kirchberg des HBK ihr Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) absolviert und schon einen Abschluss als Krankenpflegehelferin in der Tasche. Deshalb weiß die 20-Jährige schon so etwa, was auf sie zukommt. "Es ist ein schöner Beruf, Menschen helfen zu können", begründete sie ihre Entscheidung. Auch Dominik Leistner aus Zwickau, der Gesundheits- und Krankenpfleger lernen wird, kann auf einem FSJ und dem Krankenpflegehelfer aufbauen. "Die Schichtarbeit in diesem Beruf schreckt mich nicht", sagte der 19-Jährige.

Nach der Aufnahme der neuen Schüler erhielten auf einer weiteren Feierstunde 68 Absolventen der Medizinischen Berufsfachschule ihre Zeugnisse.


"Es ist ein schönes Gefühl, Menschen helfen zu können"

Jonas Teich (20) gehört zu den Absolventen der Medizinischen Berufsfachschule. Viola Martin hat sich mit dem Physiotherapeuten unterhalten.

Freie Presse: Warum wollten Sie Physiotherapeut werden?

Jonas Teich: Ich habe in der 10. Klasse ein Praktikum im Klinikum Untergöltzsch in Rodewisch gemacht. Das hat mir gut gefallen. Auch mein Vater, der Logopäde ist, hat mich für den medizinischen Bereich begeistert. Und als aktiver Sportler hatte ich bereits einen Bezug zur Physiotherapie.

Haben sich Ihre Erwartungen, mit denen Sie vor drei Jahren in die Ausbildung gestartet sind, erfüllt?

Auf alle Fälle. Ich habe viel über den menschlichen Körper erfahren. Und es ist ein schönes Gefühl, Menschen helfen zu können, wieder beweglicher und gesund zu werden.

Haben Sie schon einen Arbeitsvertrag in der Tasche?

Ja. Ich starte als Physiotherapeut im Medicum in Zwickau, werde also in der Rehabilitation arbeiten.

Glauben Sie, dass Ihr Beruf angemessen bezahlt wird?

Wichtig ist für mich erst einmal, dass ich ihn gern mache. Aber ich bin auch froh, dass derzeit über bessere Bezahlung viel diskutiert wird. Berechtigt wäre diese auf alle Fälle.

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