Beschäftigung bringt Punkte

Die Autobranche beschert Zwickau auch international einen guten Stand. Eine Studie sieht die Region als Globalisierungsgewinner.

Zwickau.

Als der Trabant produziert wurde, war zumindest in diesem Teil Deutschlands an Globalisierung noch nicht einmal zu denken. Dennoch hat das damals volkseigene Sachsenringwerk den Grundstein dafür gelegt, dass die Region Zwickau 26 Jahre nach der Wende zu den Gewinnern der Globalisierung gehört - letztendlich haben dafür praktisch der Nachfolger, das Volkswagenwerk im Stadtteil Mosel, samt der zahlreich angesiedelten Zulieferbetriebe gesorgt.

Das Düsseldorf Institute for Competition Economics hat in einer Studie, die bezeichnender Weise den Titel "Verlierer(-regionen) der Globalisierung in Ostdeutschland" trägt, herausgefunden, dass diese Kombination aus Automobilindustrie und Zulieferern der Motor der Wirtschaft im Landkreis sind und Zwickau damit zu den wenigen Gewinnern der Globalisierung in den neuen Bundesländern und einzigem in Sachsen erklärt.


Zugrunde gelegt haben die Forscher bei ihrer Erhebung die Entwicklung der Beschäftigtenzahlen. Demnach hat die Region in der Zeit von 1994 bis 2014 rund 0,2 Prozent Wachstum bei der Beschäftigungsrate erreicht. Das sichert Platz sieben unter den ausgewerteten Regionen in den neuen Bundesländern. Das Fazit der Wissenschaftler: Die Stadt Zwickau und Umgebung haben nach der Einführung der D-Mark die schlagartig einsetzende Deindustrialisierung deutlich besser abfangen können als andere Regionen. Zum Vergleich: Eisenach, als der Automobilstandort in Thüringen, konnte davon nicht profitieren. Dort beruht das Wachstum mehr auf dem Ausbau moderner Dienstleistungen.

Zu den Verlierern der Globalisierung zählen unter anderem auch die Braunkohleregion Lausitz und auch die Uckermark, der Wahlkreis von Bundeskanzlerin Angela Merkel. Allerdings geben die Macher der Studie zu bedenken, dass die Beschäftigungsentwicklung im Osten Deutschlands weit weniger durch Handelsströme und Globalisierung getrieben wird als im Westen. Das führe dazu, dass Regionen zwar innerhalb Ostdeutschlands zum Verlierer werden, bundesweit aber ganz gut abgeschnitten haben.


Gewinner & Verlierer

Gewinner bei langfristigen Beschäftigungsraten in Prozent

Kreis Teltow 13,44

Kreis Dahme-Spreewald 6,82

Region Jena 4,14

Eichsfeld 0,79

Havelland 0,40

Verlierer in Prozent

Kreis Oberspreewald-Lausitz -47,93

Stadt Frankfurt (Oder) -42,53

Stadt Cottbus -40,54

Stadt Suhl -40,37

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