Beschwerde gegen schreibenden Richter

Ein Anwalt wirft Buchautor und Richter Stephan Zantke einen Verstoß gegen das Neutralitätsgebot vor.

Zwickau.

Die Veröffentlichung seines Buches über Fälle aus dem Zwickauer Justizalltag hat dem Amtsrichter Stephan Zantke eine Dienstaufsichtsbeschwerde eingebracht. Das sagte Zantke anlässlich einer Buchlesung gegenüber "Radio Zwickau". Sein Dienstvorgesetzter, der Zwickauer Landgerichtspräsident Dirk Kirst, bestätigte das der "Freien Presse" und sagte zudem, dass er bereits darüber entschieden habe. Wie die Entscheidung ausfiel, wollte Kirst nicht mitteilen.

Am 21. September hatte ein Rechtsanwalt die Beschwerde auf den Weg gebracht. Der Titel "Wenn Deutschland so scheiße ist, warum sind Sie dann hier" stelle einen Verstoß gegen das Neutralitäts- und Sachlichkeitsgebot dar. Zantke hält den Vorwurf für überzogen und verwies darauf, dass es sich bei dem Titel um sein eigenes Zitat aus einer Gerichtsverhandlung handelt. Landgerichtspräsident Kirst sagte, er habe aufgrund der Beschwerde überprüft, ob das Mäßigungsgebot eingehalten worden ist. "Danach hat sich ein Richter innerhalb und außerhalb des Amtes so zu verhalten, dass das Vertrauen in seine Unabhängigkeit nicht gefährdet wird", sagte Kirst. Dazu habe er auch das Buch gelesen. Wie die Prüfung ausgegangen ist, habe Kirst aber nur Richter Zantke sowie dem Anwalt mitgeteilt. "Außerdem achte ich darauf, die privaten Interessen - in dem Fall die Vermarktung des Buches - weder zu fördern, noch zu behindern", sagte Kirst.

Die erste Auflage von Zantkes Buch ist bereits vergriffen.

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1Kommentare
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  • 4
    0
    CPärchen
    04.12.2018

    Ich saß mal in einer Verhandlung dieses Richters. Ich fand ihn super! Auf der einen Seite hörte er wirklich allen Seiten interessiert zu, redet aber auch mal Klartext, statt in Floskeln alles weich einzubetten. Und der Satz gegenüber dem Libyer: Ich las das damals gerne in der Zeitung!

    Wahrscheinlich ist der Anwalt einfach stinkig, dass er Fälle verlor.



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