Besuch von ganz oben

Der Wirt der Zwickauer Hütte ist in der Stadt. Er bereitet gemeinsam mit Zwickauern das Jubiläum der Schutzhütte vor.

Zwickau.

Es gibt etwas, auf das sind die Zwickauer stolz: Es ist eine Hütte. Nicht irgendeine, sondern die Zwickauer Hütte in den Ötztaler Alpen, einst gegründet von der Sektion Zwickau des Deutschen Alpenvereins, heute in den Händen von Wirt Heinz Leitner. Und der ist es auch, der vom Stolz der Zwickauer berichtet. Er erlebt ihn immer dann, wenn die Tür in 3000 Meter Höhe sich öffnet und ein gesächseltes "Glück auf" hereinweht.

Am Dienstag hat sich Leitner in Zwickau mit einer Reihe von Menschen getroffen, die ihn im kommenden Jahr zu einer ganz besonderen Gelegenheit unterstützen wollen. Die Hütte feiert ihr 120-jähriges Bestehen, und Pfelders, der dazugehörige Ort im Passeiertal, feiert mit. Eine Woche lang. Aus Zwickau erwartet der Wirt zahlreichen Besuch. Unter anderem hat sich das Jugendblasorchester angekündigt. Ein zünftiges Ständchen ist jedoch nichtdie einzige Geburtstagsüberraschung. Heinz Leitner arbeitet gerade mit einem Chronisten und einer Autorin an einer weiteren: Es soll ein Buch entstehen, das auf die 120wechselvollen Jahre der Schutzhütte zurückblickt. "Die Geschichten darin reichen von tragisch bis komisch", kündigt Leitner an. Die Hütte war immerhin in früheren Zeiten Mittelpunkt eines Schmugglerbetriebs, mit dem die armen Menschen in Pfelders ihren Lebensunterhalt aufbesserten. Tabak, Feuersteine, aber auch Präservative fanden ihren Weg über die Berge, berichtet er.

Die Festwoche ist vom 21. bis zum 28. Juli geplant. Das Buch soll bereits im Mai in Zwickau vorgestellt werden. Bis dahin gibt es noch Interviews mit Zeitzeugen zu führen, zu denen inzwischen auch Heinz Leitner gehört. Der war, so erzählt er, unter den Pfelderern anfangs ein "Ausländer" - kam er doch aus Bozen auf den Berg.

Inzwischen ist er ebenso ein Pfelderer wie ein halber Zwickauer. Zum Jubiläumsfest lockt er am 26.Juli zahlreiche Gäste auf seinen Berg hinauf. Gut akklimatisiert sollten die Wanderer vor diesem Aufstieg sein, empfiehlt Leitners Freund und ständige Zwickauer Vertretung, Karl Remitz. Denn auch wenn die Strecke keine sechs Kilometer lang ist, die 1400Höhenmeter gehen in die Beine und ganz oben auch in die Lungen. Rund dreieinhalb Stunden dauert der Aufstieg - und Heinz Leitner hofft auf viele Gäste. Denn eigentlich, so sagt er, sollte jeder Zwickauer seiner Hütte mindestens einmal einen Besuch abgestattet haben.

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